GSG 9 nimmt Uelzener fest / Drogen sichergestellt

Schlag gegen Schleuser

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Bei der Durchsuchungs- aktion wegen des Verdachtsauf Schleusung fanden die Beamten Waffen, gefälschte Dokumente – und ihnen fielen auch 800 Gramm Marihuana in die Hände.

Uelzen. Eine Gruppe von vermutlich international agierenden Menschenschleusern hat die Bundespolizei gestern in Uelzen festgenommen. Da die Beamten zuvor Hinweise darauf erhalten hatten, dass einige der Beschuldigten im Besitz von Waffen sind, war an dem Einsatz auch die Antiterroreinheit GSG 9 der Bundespolizei beteiligt.

Fünf Uelzener Tatverdächtige im Alter zwischen 27 und 45 Jahren verhafteten die Beamten bei der groß angelegten Durchsuchungsaktion im Auftrag der Staatsanwaltschaften Lüneburg und Traunstein in Bayern. Gegen einen der Männer, einen 30-jährigen Syrer, der in Deutschland als Flüchtling anerkannt ist, war bereits im Vorfeld Haftbefehl erlassen worden.

Die Staatsanwaltschaften werfen den Verdächtigen vor, dass sie mehr als 30 überwiegend syrische Staatsangehörige über die Türkei, Italien und Österreich nach Deutschland geschleust haben. Pro Person kassierten sie vermutlich Gewinne von 6000 bis 10 000 Euro. Daher fordert das Amtsgericht Traunstein, wo ein Schleusungsfall bekannt geworden ist, eine Summe von 530 000 Euro als sogenannten Arrestbeschluss.

Acht Gebäude durchsuchten die Beamten der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg gestern Früh unter anderem an der Veerßer Straße, am Schnellenmarkt und an der Hansestraße in Uelzen, eine weitere Wohnung nahmen sich die Kollegen zeitgleich im nordrhein-westfälischen Gütersloh vor, wo sie zwei Personen entdeckten, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Nach Uelzen sind nach Polizeiangaben keine Geschleusten gebracht worden. Die Beamten stellten Schusswaffen, Munition und Schalldämpfer sicher sowie Bargeld in Höhe von rund 30 000 Euro und einen VW Jetta. Auch Papiere und elektronische Datenträger nahmen die Polizisten mit.

Kurioser Nebeneffekt der Durchsuchungsaktion: Als die Bundespolizei vor dem Sultan-Imbiss an der Veerßer Straße stand, warf jemand hektisch aus der Wohnung über der zu durchsuchenden Wohnung einen Sack mit 800 Gramm Marihuana aus dem Fenster – beinahe in die Hände der Beamten.

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Der Mann, der zuvor nicht zum Kreis der verdächtigen Schleuser gehört hatte, wurde unter dem Verdacht des Drogenhandels ebenfalls festgenommen. Mit dem Fall beschäftigt sich nun das Uelzener Polizeikommissariat.

GSG 9 jagt Schleuser in Uelzen

Uelzen, 3. Mai, 2012. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft ging die Bundespolizei mit einer Durchsuchung gegen im Raum Uelzen ansässige Schleuser vor. Ebenfalls vor Ort war eine Einheit der GSG 9.

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Von Diane Baatani

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