Nienwohlder wurde beim Verteilen vergessen – nun wartet er schon zwei Monate

In Nienwohlde: Vergebliches Warten auf Gelbe Tonne

So sehen die gelben Tonnen für den Landkreis aus. Bis Ende März 2021 dauert die Ausstattung aller Haushalte.
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Der Nienwohlder Horst Jelich und der Altenmedinger Jochen Kuhnt warten seit Monaten vergeblich auf eine Gelbe Tonne. Jetzt gehen ihnen die Gelben Säcke aus.
  • Lars Lohmann
    vonLars Lohmann
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Beim Verteilen der Gelben Tonne im Landkreis ist das Haus von Horst Jehlich in Nienwohlde vergessen worden. Er hat den Abfallbehälter nachgefordert. Doch das ist nun zwei Monate her und passiert ist seitdem nichts. 

Nienwohlde/Bad Bodenteich – Als Horst Jelich im März mit seiner Frau vom Einkaufen in Wrestedt nach Nienwohlde zurückkehrt und die Gelben Tonnen erblickt, die im ganzen Ort verteilt worden sind, rechnet er noch nicht damit, dass der Ärger jetzt erst richtig losgeht. „Bei mir stand noch keine Tonne und ich dachte, dass sie bestimmt nicht mit dem Verteilen fertig geworden sind“, sagt Jelich. Eine Woche zieht ins Land und der Nienwohlder greift zum Telefon, um die fehlende Tonne bei der RMG Rohstoffmanagement GmbH zu melden und nachzubestellen. Zwei Monate später, im Mai, ist der versprochene Abfallbehälter immer noch nicht da und die Gelben Säcke werden langsam knapp.

„Das mal ein Fehler passiert und mal jemand vergessen wird, ist kein Problem. Es ist aber ein Unding, wenn zwei Monate lang überhaupt nichts geschieht“, sagt Jelich, dessen Haus 50 Meter außerhalb Nienwohldes am Wirtschaftsweg Richtung Bad Bodenteich steht. Ärgerlich sei auch, dass man entweder in der Warteschleife der Hotline hängen bleibe oder sogar noch von Mitarbeitern einfach unfreundlich abgekanzelt werde.

Die Krönung: Wenn in Nienwohlde die Gelben Tonnen geleert werden, fährt das Müllfahrzeug von RMG natürlich auch an Jelichs Haus vorbei und sammelt die Gelben Säcke ein. „Die Müllwerker haben mir aber gesagt, dass sie eine fehlende Gelbe Tonne nicht einfach an RMG weitermelden dürfen“, schildert Jelich. Was das mit Kundenfreundlichkeit zu tun habe, wisse er nicht.

Parallel werden auch die Gelben Säcke weniger. „Ich habe noch drei Stück. Danach muss ich wohl meinen Müll bei den Nachbarn mit in die Tonne schmeißen“, sagt Jelich resigniert.

Dem Altenmedinger Heinz Jochen Kuhnt sind die Gelben Säcke bereits vergangenen Montag ausgegangen. Auch er wartet bisher vergeblich auf eine Gelbe Tonne. Reklamiert hatte er dieses bereits am 8. Februar. Mit einem selbstgebastelten Schild macht er jetzt auf seine Situation aufmerksam.

Doch nicht nur von fehlenden Gelben Tonnen berichten die Leser der AZ. Der Bad Bodenteicher Karl-Heinz Scheffler hat auch seine Erfahrungen mit dem vom Dualen System Deutschland beauftragten Unternehmen RMG gesammelt. Im Flecken wurde an der Waldstraße jeweils nur eine Tonne für die neun Häuser mit jeweils vier Haushalten verteilt. Auf die Meldung, das dringend weitere Gelbe Tonnen gebraucht werden, antwortete das Unternehmen lapidar, dass das Anliegen bearbeitet und die Tonne zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgetauscht werde. „Damit ist das Problem doch noch nicht erledigt“, sagt Heinz Scheffler.

Die RMG verwies in einer Antwort auf eine entsprechende Presseanfrage der AZ auf ihren Kundenservice, an den sich die Bürger wenden können. Außerdem heißt es weiter: „Wir gehen jedoch davon aus, die von Ihnen genannten Angelegenheiten zur Zufriedenheit der Beteiligten geklärt zu haben. Für weitergehende Details bitten wir Sie, sich an die entsprechenden Bürger zu wenden.“

Probleme mit dem Verteilen der Gelben Tonnen scheint das hessische Unternehmen unterdessen nicht nur im Landkreis Uelzen gehabt zu haben. So berichten die Visselhöveder Nachrichten und die Rotenburger Kreiszeitung von Schwierigkeiten bei der Verteilung der Abfallbehälter im Flecken Visselhövede. Und auch in Bremen-Nord lief nicht alles glatt. Dort beschwerten sich laut Weserkurier Anwohner über fehlende oder ungeleerte Tonnen sowie unfreundliche Erlebnisse mit Mitarbeitern der Servicehotline. Ein Firmeninhaber hat sogar dem Unternehmen eine Rechnung geschickt, da er selbst sein Verpackungsmüll entsorgen musste.

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