Freddy Albers erinnert im Schauspielhaus an Freddy Quinn und Hans Albers

Nicht vergangen, nicht vergessen

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Carsten Hesse hat als Freddy Albers eine Hommage an Freddy Quinn und Hans Albers im Neuen Schauspielhaus auf die Bühne gebracht. 

Uelzen. Das kleine Theater an der Rosenmauer ist ausverkauft, das Publikum gelöst, fröhlich und ausgesprochen textsicher. Carsten Hesse hat als Freddy Albers am Sonnabend leichtes Spiel – gleich beim ersten Stück, „Heimweh“, singt das Publikum mit.

Mit diesem Lied begründete Freddy Quinn seinen Erfolg – obwohl es eigentlich die B-Seite der Single war. „Heimweh“ – die deutsche Version des Dean-Martin-Hits „Memories are made of this“ – war die meistverkaufte Schallplatte des Jahres 1956, hielt sich ein ganzes Jahr an der Spitze der Liste. Mit „Sie hieß Mary-Ann“, dem damaligen A-Titel der kleinen schwarzen Scheibe geht es weiter.

Carsten Hesse hat seine Songs chronologisch geordnet, gibt zu jedem Titel sachkundige Erklärungen, führt in Freddy Quinns große Zeit. Das waren die 50er-Jahre. Ferne Länder, das Meer, aber auch der Wert der Heimat waren die Themen – ein Schlager-Erfolg reihte sich an den anderen. Freddy Albers bringt einen großen Teil davon. Sein drei Oktaven umfassendes Stimmvolumen beeindruckt ebenso wie seine Fähigkeit, den letzten Ton sehr lange halten zu können – bei den Zuhörern führt das schon fast zur Atemnot … 1964 erschienen die Beatles auf der Bildfläche – Freddy punktete zu der Zeit in Deutschland (und nicht nur da) mit „Vergangen, vergessen, vorüber“ – Carsten Hesse verhilft diesem Lied in Uelzen zu neuer Geltung.

Mit Hans Albers und „Hoppla, jetzt komm ich“ geht es nach der Pause in die zweite Runde. Diese Waterkant-Legende hat Carsten Hesse, der Mann aus dem sauerländischen Hallenberg gut drauf, seit mehr als 20 Jahren singt er dessen Lieder im typischen Albers-Stil, nuschelt wie er, stolpert wie er über den spitzen Stein, betont die Anfangskonsonanten fast wie das Original – dem Publikum gefällt es sehr. Freddy Albers kann kein Ende finden, lobt die intime, kuschelige Atmosphäre des Neuen Schauspielhauses und fügt ein Lied an das andere. „Good bye, Johnny“ rührt das Herz, „Das letzte Hemd“ macht nachdenklich, bei „Einmal noch nach Bombay“ singen wieder alle mit. „Rolling home“ beendet als ‚Rausschmeißer‘ einen schunkelseligen, ohrwurmhaltigen maritimen Abend.

Von Folkert Frels

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