Nicht mehr Geld für Kunst

Uelzen. Seit fast vier Jahren stehen auf dem Rasen vor dem Rathaus drei Skulpturen des Künstlers HAWOLI, die dieser damals im Rahmen einer Ausstellung des Kunstvereins präsentiert hatte. Für ein monatliches Entgelt von 200 Euro hatte die Stadt die Kunstwerke danach gemietet – mit der Option, sie als Eigentum erwerben zu können. Jetzt werden die Skulpturen verschwinden. „Es war so schön, wie wir es uns gedacht haben. Aber wir müssen mit den Kosten sorgfältiger umgehen“, begründete Bürgermeister Otto Lukat (SPD) am Donnerstag im Kulturausschuss die Empfehlung der Verwaltung. Von Marc Rath

9800 Euro hat die Stadt an Miete bereits bezahlt. 16 400 Euro müsste sie noch investieren, um die Werke zu erwerben. Geld, welches das Rathaus nicht mehr hat.

Die Verwaltung setzte das Thema auf die Tagesordnung, da auf der Wiese am Rathaus ein Bürgerforum entstehen soll, das derStadt komplett gestiftet wird. Die HAWOLI-Steine hätten dort keinen Platz mehr. „Aktuell bietet sich im Stadtgebiet kein anderes geeignetes Gelände an“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Georg Lipinsky wollte als Vertreter der Kunst- und Kulturschaffenden über diese Entscheidung „nicht ohne Worte hinweggehen“. Er bedauert, dass sich die Stadt den Ankauf von Kunstwerken selbst in bescheidenem Rahmen nicht mehr leisten könne. Viele hätten die Steine nicht zur Kenntnis genommen, räumte er ein und warb daher mit Kulturmanagerin Ute Lange-Brachmann für einen geeigneteren Platz – etwa auf den Ilmenauwiesen. „Das würde der Stadt gut anstehen“, sagte Lange-Brachmann.

„Ich kann die Beweggründe verstehen“, räumte Kultur- und Finanzdezernent Jürgen Markwardt ein. „Wir haben aber das Geld nicht, um uns alles das noch zu leisten, was wir haben. Wir müssen uns auf das fokussieren, was wir uns noch leisten können“, machte der Erste Stadtrat die drastische finanzielle Lage der Stadt angesichts der andauernden vorläufigen Haushaltsführung deutlich. Markwardt: „Es geht nicht darum, etwas Neues anzuschaffen, sondern um den Erhalt, was zu erhalten ist. So bitter das ist – so ist die Lage.“

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