Geschlossene Hotels und schlechter belegte Kliniken verhageln Übernachtungsbilanz 2017

Neun Häuser mit 97 Betten fehlen

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Gut 7000 Übernachtungen weniger wurden im vergangenen Jahr in den Bevenser Hotels verzeichnet. 

Bad Bevensen. Als kürzlich die Lüneburger Heide GmbH (LHG) die Tourismusbilanz 2017 präsentierte, mussten viele Bevenser erst einmal trocken schlucken.

Gerhard Kreutz

Während der Trend bei den Übernachtungen von Celle bis Harburg und Soltau bis Uelzen positiv ausfiel, stand die Kurstadt mit einem Minus von 3,1 Prozent in der Statistik. Rund 406 000 Übernachtungen wurden demnach 2017 von Januar bis Oktober in Bad Bevensen registriert. Das sind fast 13 000 weniger als noch 2016. Doch Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH, gibt zu bedenken, dass man bei Statistiken stets auf die Feinheiten zu achten habe.

„Die Lüneburger Heide GmbH bezieht ihre Zahlen vom Landesamt für Statistik“, erklärt der BBM-Chef, „und in diesen Zahlen sind auch die Übernachtungen in den Bevenser Kliniken enthalten.“ Bei denen habe es 2017 teils deutliche Rückgänge gegeben: Rund 14 700 Übernachtungen weniger seien insgesamt in den Kliniken zu verzeichnen gewesen. „Das sind Übernachtungen, auf die wir als BBM keinen Einfluss haben“, betont Kreutz. Insofern müsse man die Rechnung für die Tourismusbilanz 2017 ohne die Klinik-Zahlen aufmachen.

„Ich will hier nichts schönreden“, sagt der BBM-Chef. Aber Fakt sei: Betrachte man die Zahlen der LHG ohne die Kliniken, sei sogar ein leichtes Plus von knapp 1800 Übernachtungen zu verzeichnen. Da die BBM aber auch – anders als die LHG – Betriebe mit weniger als neun Betten in die Statistik einfließen lasse, kehrte sich das Plus bis Oktober zum Jahresende doch noch in ein Minus von 2,7 Prozent: Von Januar bis Dezember 2017 wurden mit 253 409 Übernachtungen insgesamt 7050 Übernachtungen weniger als im Vorjahr registriert.

Ursachen hierfür gebe es verschiedene, erklärt Gerhard Kreutz im AZ-Gespräch. So hätten sich die Übernachtungszahlen in 54 der knapp 100 Betriebe in Bad Bevensen zwar positiv entwickelt. In 26 Betrieben sei aber genau das Gegenteil der Fall gewesen. Allerdings müsse man auch hier genau hinschauen: „Eines dieser Hotels hat auf Billigangebote verzichtet und damit allein 2500 Übernachtungen weniger verzeichnet“, so Kreutz. Das verhagele zwar die Statistik für den Ort, das Hotel selbst aber fahre mit der Ausrichtung auf hohe Qualität und Anspruch sehr gut.

Was ebenfalls ins Kontor schlägt: Neun Häuser wurden geschlossen – damit fehlen insgesamt 97 Betten und knapp 3500 Übernachtungen in der Kurstadt. „Und bei all dem haben wir über das Wetter im vergangenen Jahr noch gar nicht geredet...“, wirft Kreutz im Hinblick auf einen verregneten Sommer ein. Die Anzahl der Urlauber in Bad Bevensen konnte im vergangenen Jahr in etwa gehalten werden: Mit insgesamt 64 176 Gästen wurde im Vergleich zu 2016 ein leichtes Plus von 0,1 Prozent erreicht.

Nach wie vor werde man weiter daran arbeiten, mehr Urlauber in die Kurstadt zu holen, betont der BBM-Chef. Mit dem Entwickeln von Pauschalen, die den Vermietern zur Vermarktung zur Verfügung gestellt werden zum Beispiel. Aber auch mit der direkten Unterstützung von Vermietern, die Motivation brauchen, ihre Betriebe zukunftsfähig zu gestalten, so Kreutz. Denn eines habe sich gezeigt: „Häuser, die modernisiert oder unter neuer Leitung neu ausgerichtet wurden, erhalten mehr Zuspruch von Gästen.“

Von Ines Bräutigam

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