Mit Kultur gegen den Corona-Blues

Neues Schauspielhaus Uelzen plant 38 Veranstaltungen bis Ende des Jahres

Ulla Meinecke trat im August auf dem Herzogenplatz in Uelzen auf
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Ulla Meinecke singt im November im Neuen Schauspielhaus in Uelzen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Uelzen – Es gibt diese Momente, in denen Johannes Vogt-Krause mit sorgenvoller Miene auf Herbst und Winter blickt. Die ansteigenden Corona-Zahlen trüben Hoffnungen, dass es Monate ohne erneuten Lockdown werden. 

Aber sich unterkriegen lassen? Nein, für den Vorsitzenden des Vereins, der das Neue Schauspielhaus in Uelzen unterhält, ist das keine Option. So wurde nun für die Monate bis Dezember ein neues Programm mit Musik, Kabarett, Schauspiel, Zauberei und mehr zusammengestellt.

„38 Veranstaltungen sind es insgesamt bis Dezember“, berichtet Vogt-Krause. Eine Menge Holz. So werden Künstler nicht nur – wie sonst üblicherweise – sonnabends, sondern auch verstärkt sonntags und freitags im Neuen Schauspielhaus zu erleben sein. Die Botschaft: Die Kulturszene ist noch bunt und vielfältig, das Neue Schauspielhaus ist noch vorhanden. „Wir strecken mit unserem Programm den Kopf aus dem Sumpf“, so Vogt-Krause.

Täglich zwei Anfragen

Große Mühe, Künstler fürs Haus zu gewinnen, hatte Vogt-Krause weder vor Corona noch hat er sie jetzt. „Uns erreichen täglich zwei Anfragen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Unweigerlich gilt es so, eine Auswahl zu treffen. Vogt-Krause stellt sich die Frage: Passt der Künstler zum Neuen Schauspielhaus, ist ein Auftritt mit den Rahmenbedingungen möglich? Der Vorsitzende und der Vorstand kennen ihr Publikum. Kommt eben jener oder dieser Künstler an? Und die Bandbreite solle möglichst groß sein, um auch alle Generationen zu gewinnen, verdeutlicht Vogt-Krause.

Junge Jazz-Musiker ziehen junge Besucher an. Familien sollen mit Puppentheater erreicht werden. Gerne würde man mehr für Kinder bieten wollen, aber der Künstlermarkt ist in diesem Bereich überschaubar, wie Johannes Vogt-Krause schildert. Perspektivisch wolle man das Schauspielhaus auch stärker ins Blickfeld von Schülern rücken: „Es gibt Theater- und Musical-Gruppen an Schulen.“ Und wer Theaterluft schnuppern wolle, der könne das vielleicht auf der Bühne des Neuen Schauspielhauses tun. So entstünden Bindungen zum Haus.

Auf die Klassiker will der Verein nicht verzichten. Bidlah Buh („Die Sänger sind uns verbunden“), Herzen in Terzen, Schwarzblond, Lina Lärche – sie alle finden sich wieder in dem Halbjahresprogramm.

Abgesagtes wieder aufgeholt

In den beiden zurückliegenden Monaten, Juni und Juli, wurde im Neuen Schauspielhaus bereits ein wenig wieder von dem aufgeholt, was im Lockdown abgesagt werden musste. „Wir hatten 19 Veranstaltungen. Dank des Wetters auch auf der Gartenbühne, sodass Aerosole keine Rolle spielten.“ Gezählt wurden dabei insgesamt 502 Zuschauer, das macht rechnerisch etwa 26 pro Vorstellung. Kein Vergleich zu den Vor-Corona-Zeiten, da waren es zuletzt bei 58 Vorstellungen in einem Jahr gut 5000 Besucher.

Jammern will Vogt-Krause nicht. Die Mitgliederbeiträge bildeten einen Grundstock. Auch dank Spendern hat der Verein sein Auskommen. „Aber es stehen weniger Mittel für notwendige Investitionen zur Verfügung. Das gibt einem zu denken.“ Durch Staatshilfen ist es dem Verein möglich gewesen, zwei Filteranlagen für die Innenräume zu kaufen. 50 Plätze dürfen besetzt werden – Stand jetzt. Die Hoffnung ist, dass es mit der 3-G-Regel, also einen Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete, auch so bleiben wird.

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