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Neues Schauspielhaus Uelzen: Hoffnung auf konstant bessere Besucherzahlen

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Von: Lars Becker

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Im Garten des Theaters an der Rosenmauer lassen sich bei aller Vorsicht in Sachen Corona herrliche Musik- und Kleinkunst-Abende erleben - hier mit „Midnight Flash“.
Im Garten des Theaters an der Rosenmauer lassen sich bei aller Vorsicht in Sachen Corona herrliche Musik- und Kleinkunst-Abende erleben - hier mit „Midnight Flash“. © Oliver Huchthausen

Mehr Mitglieder, solide Finanzen durch Spenden und Förderungen: Es gibt viel, was den Verantwortlichen des Neuen Schauspielhauses Zuversicht gibt. Aber der Blick auf die Auslastung des Theaters sorgt auch für Sorgenfalten.

Uelzen – Der Gedanke daran, irgendwann den Schlüssel im Neuen Schauspielhaus für immer umzudrehen, ist für Johannes Vogt-Krause nicht vorstellbar. „So weit sind wir noch lange nicht“, betont der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Kunst im Kreativen Speicher, der das Theater an der Rosenmauer unterhält.

„Aber wir müssen unser Theater sehr wohl wirtschaftlich betreiben. Und da werden die Sorgen größer, weil es irgendwann an die Substanz gehen kann, wenn die Besucherzahlen nicht wieder steigen. Wir verlieren aber unseren Optimismus ganz bestimmt nicht.“ Nichtsdestotrotz erklärt Vogt-Krause im jüngsten Brief an alle Mitglieder des Vereins: „Bei uns macht sich eine Mischung aus Zuversicht und Zweifel breit.“

„Den Kopf einzuziehen ist keine Lösung“

Zuversicht ziehen die Verantwortlichen des Uelzener Kleinkunst-Theaters daraus, dass die Zahl der Mitglieder auf 140 gewachsen ist, dass großzügige Spenden, Förderprogramme und helfende Hände – zuletzt nach den Februar-Stürmen, als es die Bühne im Garten heftig erwischte – dafür sorgen, dass die Situation im Neuen Schauspielhaus nicht existenzbedrohend ist.

„Es waren die guten Jahre vor Corona, die es erlaubt haben, Rücklagen zu bilden. Den Kopf einzuziehen ist keine Lösung. Wir machen weiter und hoffentlich das Beste draus. Uns steht das Wasser längst nicht bis zum Hals, die finanzielle Lage ist nach wie vor solide“, freut sich Johannes Vogt-Krause.

Programm fürs zweite Halbjahr zu realisieren?

Und dennoch sind da Zweifel: „Werden wir das Programm für das zweite Halbjahr wie geplant realisieren können? Macht uns Corona einmal mehr einen Strich durch die Rechnung? Wie werden sich vor diesem Hintergrund die Besucherzahlen entwickeln? Wird es bei der derzeitigen, verständlichen Zurückhaltung des Publikums bleiben?“, fragt der Vorsitzende.

Er weiß: „Wir können bestimmte Formate gar nicht anbieten, weil wir dafür zu klein sind. Wenn wir Kabarettisten einladen, die im Uelzener Umfeld keine Zugpferde sind, dann sehen wir uralt aus“, weiß Vogt-Krause.

„Haben ja nicht nur Sachen für alte Leute“

„Unsere Hauptzielgruppe sind bislang die Menschen ab 55 oder 60 Jahren. Uns fehlen die jüngeren Menschen im Publikum. Dabei haben wir ja nicht nur Sachen für alte Leute. Wir sind deshalb dabei, intensiver mit den weiterführenden und Berufsschulen zu sprechen. Das steckt in den Anfängen.“

Das letzte Gastspiel des Trios „Bidla Buh“ – ein Dauerbrenner im Schauspielhaus – sahen immerhin 70 Gäste. „Wir haben aber draußen gespielt und hätten 150 brauchen können. Sonst ist diese Veranstaltung ausverkauft. Es ist im Vorfeld nie ausrechenbar, was im Vorverkauf und an der Abendkasse passiert – und wir kriegen das nicht ergründet“, gibt Johannes Vogt-Krause zu.

„Helfen Sie uns, indem Sie sich wieder ins Theater trauen“

Er weiß aber auch: „Es gibt zahlreiche Bühnen, groß wie klein, denen Corona den Garaus gemacht hat. Das Theater an der Rosenmauer hat diese Durststrecke überleben können.“ Deshalb appelliert er an die Menschen: „Helfen Sie uns, indem Sie sich wieder ins Theater trauen.“

Der Verein seinerseits tut viel: „Wir haben uns entschlossen, das Tragen einer Maske bis zum Platz zu empfehlen. Das Neue Schauspielhaus sollte nicht zum Ort eines Infektionsgeschehens werden – allerdings: Eine vollständige Sicherheit gibt es nicht. Gegenseitige Rücksichtnahme ist angezeigt, bei uns wie anderswo auch.“

Aktuelle Veranstaltungen und Infos zum Neuen Schauspielhaus Uelzen gibt es hier.

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