Neues Leben für zwei Leerstände

Das alte Reformhaus an der Bahnhofstraße wird derzeit abgerissen. Dort entsteht ein Geschäftsgebäude für Filialisten. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. „Was dort entsteht, ist ganz im Sinne der Stadt Uelzen. Wir begrüßen das außerordentlich.“ Baudezernent Karsten Scheele-Krogull freut sich auf ein Bauvorhaben eines privaten Investors an zentraler Stelle: In der Fußgängerzone – direkt an der Einmündung der Achter- in die Bahnhofstraße – wird derzeit das ehemalige Reformhaus abgerissen. Dort will Grundstückseigentümer Uwe Schöllner aus Winsen (Aller) ein neues Geschäftsgebäude mit mehr als 200 Quadratmetern Einzelhandels-Nutzfläche bauen lassen. Damit würde ein größerer Leerstand in der Innenstadt beseitigt.

„Dort sollen Filialisten einziehen“, erklärt Schöllner gegenüber der AZ. Welche genau, das kann und will er noch nicht verraten. „Möglicherweise etwas im Bereich Textilien oder Brillen. Wir verhandeln dazu aber noch mit potenziellen Mietern.“ Auch zur Höhe der Investitionssumme hält er sich noch bedeckt.

Im Erdgeschoss und im ersten Stock des Klinker-Neubaus werden laut Schöllner Verkaufsflächen von jeweils 90 bis 95 Quadratmetern geschaffen, im Dachgeschoss plant er Büroräume. Der Winsener hofft, dass die Maurerarbeiten Mitte März beginnen. „Im August wollen wir fertig sein“, sagt er.

Für ihn ist der Standort in der Fußgängerzone entscheidend. „Ich investiere nur in 1A-Lagen, das ist für mich ganz wichtig“, erklärt Schöllner, der mit den Modeläden „Buddelei“ und „Liberty“ noch an zwei weiteren Stellen in der Bahnhofstraße vertreten ist. Ebenso gehören ihm eine Spielhalle an der Achterstraße sowie mehrere Geschäfte in der Celler Innenstadt.

Scheele-Krogull blickt dem Vorhaben erwartungsfroh entgegen. „Der Standort wird baulich und von der Art der Nutzung her aufgewertet“, sagt er. „Wir haben dort hochwertige Architektur zu erwarten, das ist absolut erfreulich.“ Und nicht zuletzt sei ein weiterer Leerstand in der Fußgängerzone beseitigt worden: Das Reformhaus ist inzwischen auf die andere Seite der Bahnhofstraße umgezogen.

Auch ein anderes Gebäude in der Innenstadt erhält nun eine neue Nutzung. Das ehemalige Central-Café in den Räumen der Senioren-Residenz an der Rosenmauer, das seit Anfang des Jahres verwaist war, wird wieder mit Leben erfüllt. Die Senioren-Residenz will das einstige Bistro selbst nutzen und baut dieses derzeit um. „Es entsteht ein völlig neu gestalteter Aufenthaltsraum für die Bewohner“, kündigt Rüdiger Seide, Leiter der Senioren-Einrichtung, an. Er hofft, dass der Raum noch im März eröffnet werden kann.

Seide plant dort Veranstaltungen vielfältiger Art: von plattdeutschen Lesungen über einen Singkreis der Bewohner bis zu Gedächtnistraining und einem Erzählcafé. Darüber hinaus wird eine Lese-Ecke mit Büchern und Tageszeitungen eingerichtet. Auch für Gesellschaftsspiele und Klön-Treffen der Bewohner soll der umgestaltete Raum genutzt werden.

Von Bernd Schossadowski

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