Schnellenmarkt: Eigentümer arbeiten an einem gemeinsamen Ziel

Neues Image für ein altes Viertel

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Uelzen. Das Schnellenmarktviertel in Uelzen soll ein neues Image erhalten. Dass der Wandel von der Kneipenszene zum gehobenen Quartier jedoch nicht einfach ist, zeigten gestern einige Eigentümer auf der Informationsveranstaltung im DRK-Mehrgenerationenzentrum Uelzen.

Die Eigentümerin einer Kneipe nahe des Schnellenmarktplatzes habe ihre Fassaden grundlegend gesäubert und alle Graffiti-Zeichen übermalt, berichtete sie. Doch dann kam Himmelfahrt und viele Vatertagsausflügler hätten die Arbeit zunichte gemacht. „Nachdem wir mit den ganzen Maßnahmen fertig waren, hätten wir wieder von vorne anfangen können“, schilderte die Eigentümerin frustriert. „Gerne möchte ich mich aktiv einbringen, aber man muss die ganze Atmosphäre in dem Viertel verändern. “ Sie wolle aus ihrer Immobilie hochwertigen Wohnraum schaffen. Die passenden Mieter dafür seien nur zu finden, wenn das Umfeld stimme. Es brauche also ein „Rund-um-Programm“.

Ungeduldig wollten viele Eigentümer konkrete Ideen sehen: Petra Wahlers, Quartiersmanagerin der CIMA GmbH, einem Büro für Stadt- und Regionalentwicklung im öffentlichen Raum, beschrieb im gut besuchten Saal, was künftig das Schnellenmarktviertel ausmachen sollte: Kunsthandwerk, Handwerk, eine gemütliche Gastronomie, ein kulturelles Angebot und „Wohlfühlcharakter“, so dass „man sich einfach nur hinsetzen möchte“. Sie forderte von den Gästen: „Wir möchten, dass Sie im wahrsten Sinne des Wortes Farbe bekennen.“ Die Anwesenden stimmten dafür, dass an diesem Konzept weitergearbeitet werden soll.

Hinsichtlich der Realisierung zeigten sich viele dennoch skeptisch: „Da stecken sehr viele Fragen dahinter, wie man das alles umsetzen kann“, sagte Bernd Ebeling (Grüne). Ein anderer Gast erklärte: „Das Problem am Schnellenmarkt ist einfach, dass so viele verschiedene Strukturen da sind. Eine gesamte Linie im ganzen Viertel hinzukriegen, ist schwierig.“ Wie die Maßnahmen finanziell umgesetzt werden sollen, wollte ein Bürger wissen. „Die Bausubstanz sieht ja zum Teil sehr erbärmlich aus, wie wollen Sie die verändern?“, wollte Renate Barthel, Vorsitzende des Seniorenbeirates, wissen. „Da ist der Eigentümer gefragt, aber wir können keinen zwingen“, sagte Wahlers. „Es ist klar, dass wir das nicht in einem Jahr schaffen.“ Es gebe noch Spielraum, aber alle müssten sich ein Ziel setzen. „Es geht darum, ein stückweit Optionen aufzuzeigen“, fügte Stadtplaner Michael Kopske hinzu. Wenn alle ein gemeinsames Ziel hätten, mache es Sinn zu investieren.

Von Diane Baatani

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