Der Ilmenausee ist längst vom Tisch – die Attraktivität Uelzens bleibt aber ein Thema / Antrag der CDU

Neues „Gesicht“ für Herzogenplatz?

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Die CDU im Stadtrat meint: Ein Entwicklungskonzept sollte sich auch mit einer Neugestaltung des Herzogenplatzes befassen, außerdem müssten Ilmenau und Bulleninsel erlebbar sein.

Uelzen. Lkws stehen vor dem Rathaus. Mit einem Kran werden breite Holzbohlen von den Lastern abgeladen. Der Aufbau der Eisbahn hat begonnen – in den kommenden gut vier Wochen werden Schlittschuhläufer im bunten Scheinwerferlicht ihre Runden auf dem Herzogenplatz drehen, der eher trist daherkommt.

Der Verein Ilmenaustadt wollte den Platz durch den Bau eines Sees zu einem größeren Anziehungspunkt machen – der Stadtrat beerdigte jedoch das Projekt.

Die Attraktivität des Herzogenplatzes bleibt aber ein Thema, wie sich zeigt. Die CDU-Fraktion macht nun einen Vorstoß.

Wie berichtet, könnte die Hansestadt Uelzen über ein Förderprogramm Gelder von Bund und Land für die Aufwertung der Ilmenau-Auen erhalten – diese war im Zusammenhang mit dem Ilmenausee diskutiert und zuletzt wieder von der Verwaltung aufs Tableau gehoben worden (AZ berichtete). Bis zu zwei Drittel der Kosten könnten übernommen werden, wenn beispielsweise neue Wege oder ein Bouleplatz gebaut werden.

Voraussetzung für die Aufnahme in das Förderprogramm ist allerdings, dass die Stadt vorab ein sogenanntes Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept – kurz ISEK – erarbeitet. Die CDU spricht sich für ein solches Konzept aus, es sollte sich aber mit mehr als nur den Ilmenau-Auen befassen. „Wir wünschen uns einen möglichst weiten Blick“, erläutert Karl-Heinz Günther für die Fraktion.

Inhalt des Stadtentwicklungskonzeptes soll damit auch eine Neugestaltung des Herzogenplatzes sein. Die besten Gestaltungsideen für den zentralen Ort sollten, so die CDU im entsprechenden Antrag, mithilfe eines Gartenbau- und Architektenwettbewerbs gefunden werden. Auch eine Bebauung mit einem zeitgemäßen Stadthotel oder einer Gastronomie ist für die CDU vorstellbar, allerdings dürfe es keine Riegelbebauung geben.

Für die Christdemokraten ist außerdem klar: Die Ilmenau, die durch Uelzen fließt, sollte stärker als bisher erlebbar sein. Dies könne mit einem entsprechenden Rundgang gelingen, der über die Bulleninsel führt. Ein aufgeständerter Bohlenweg könne über die Insel führen. Die Idee ist nicht neu, sie wurde schon im Zusammenhang mit dem Ilmenausee und der Aufwertung der Auen diskutiert und stieß bei der SPD auf Ablehnung. Die Bulleninsel müsse unberührt bleiben, sagen die Sozialdemokraten. Sie befürchten, dass Tiere und Pflanzen massiv gestört werden könnten. „Es ist auch damit zu rechnen, dass Müll dort weggeworfen wird“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Knust. Die CDU hält dem entgegen: „Der Einwand, die Bulleninsel würde dem Vandalismus anheimgegeben, verfängt nicht, beziehungsweise wäre eine Kapitulation der Stadt gegenüber randalierenden Gruppen.“

Ob das städtebauliche Konzept angegangen wird und womit es sich befassen wird, das entscheidet sich noch in diesem Jahr. Der Rat der Stadt tagt am Montag, 17. Dezember, zu diesem Thema.

Von Norman Reuter

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