Neues Gesicht der Diakonie

+
Annegret Bergmann, hier mit dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Uelzen, Gabriel Siller, ist die neue Kirchenkreissozialarbeiterin. Sie tritt die Nachfolge von Jörg Stoffregen an, der im März 2009 von seinem Amt abberufen wurde.

Uelzen/Landkreis - Von Diane Baatani. Für Annegret Bergmann hat das Jahr mit neuen Aufgaben begonnen: Die Uelzenerin hat das Amt der Kirchenkreissozialarbeiterin übernommen. Mit 14 Stunden steht Bergmann der Sozialberatung zur Verfügung, vier Stunden bleiben ihr für die Schuldnerberatung, die bis zum 31. Dezember 2010 Günter Lierheimer leitete. In den vergangenen Jahren waren die Aufgaben auf anderthalb Stellen verteilt, die Nachfolgerin startet mit einer halben Stelle.

„Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter wäre die Arbeit nicht zu schaffen“, sind sich die 52-Jährige und Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Uelzen, sicher. Bei der Schuldnerberatung unterstützt sie ein erfahrenes Team von fünf Mitarbeitern, darunter eine Ein-Euro-Kraft. Ein großer Teil der Anfragen in den Sprechstunden der Sozialberatung hängt mit Verschuldung der Klienten zusammen. Daher hält Siller es für sinnvoll, dass eine Person beide Bereiche übernimmt.

Dennoch bleibt offen, ob der Arbeitsumfang mit der halben Stelle zu schaffen ist. „Wenn großer Bedarf da ist, muss der Kirchenkreis Uelzen sich überlegen, ob noch mehr Geld bereitgestellt werden kann“, kündigt Siller an. „Wir müssen sehen, wie es läuft.“ Allerdings zeigt er sich vor dem Hintergrund, dass die Kirchengemeinden ebenfalls viele Einsparungen hinter sich haben, skeptisch, dass in Zukunft mehr Mittel für die Diakonie zur Verfügung gestellt werden können.

Zu Annegret Bergmanns neuen Arbeitsfeldern gehört die Beratung und Begleitung von Menschen mit persönlichen und sozialen Schwierigkeiten und von Kirchengemeinden in diakonischen Angelegenheiten. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Qualifizierung von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Anfragen in ihrer Sprechstunde vermittelt sie gegebenenfalls etwa an die Ehe-, Lebens- und Familien, Schwangerschafts- und Suchtberatungsstellen weiter. „Das ist der große Vorteil, dass wir die vielen Bereiche haben“, bekräftigt Siller. Daher werde man damit auch weiterhin „offen umgehen“. Sein Wunsch ist, dass das breite Angebot möglichst an einem Ort wahrgenommen werden kann, „vor allen Dingen für die Menschen, die uns aufsuchen“. Ein Großteil der Beratungsstellen befindet sich bereits im Haus der Diakonie am Hasenberg 2. Mit ihrem Team hat Bergmann bereits entschieden, dass sie in der Schuldnerberatung weiterhin eine Warteliste führen werden. Bereits im vergangenen Jahr waren viele Anfragen auf eine Liste gesetzt worden.

Bergmann hat knapp 20 Jahre bei der Bank gearbeitet, nun möchte sie von dieser Erfahrung in der Schuldnerberatung des Kirchenkreises Uelzen profitieren. Nach ihrer Tätigkeit bei der Sparkasse, wo sie schon im Beratungswesen arbeitete, studierte sie Erziehungswissenschaften. Neben dem betriebswirtschaftlichen Blick wollte sie auch die soziale Komponente nicht vernachlässigen, erklärt die Diplompädagogin. „Es ist eine sehr gute Kombination“, bekräftigt auch der Geschäftsführer. „Die Sicht aus beiden Richtungen ist sehr hilfreich für die Schuldnerberatung.“

Nach dem Studium wirkte die Uelzenerin in der Förderung von Arbeitssuchenden im Diakonischen Werk in Uelzen und Lüneburg mit und übernahm Integrationsarbeit unter anderem mit Schwerbehinderten. Der gebürtigen „Heidjerin“, wie sie sich selbst gerne bezeichnet, liegt sehr daran, dass Kirche mehr Bedeutungen hat als das Angebot des sonntäglichen Gottesdienstes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare