Zum Schutz vor der afrikanischen Schweinepest

Neuer Zaun an Uelzens Wildgatter fertiggestellt

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Neuer Zugang zu den Wildschweinen: Eddie Wolfgang Nauck geht durch eins der sechs neuen Eingangstore am Wildgatter. 

Uelzen – Mit etwas Verspätung sind der Zaun und die Eingangstore vor den Wildschweingehegen in Uelzens Wildgatter zum Schutz vor der afrikanischen Schweinepest nun fertiggestellt worden (AZ berichtete).

Die afrikanische Schweinepest war 2018 in einigen Ländern Osteuropas ausgebrochen. Sie ist aggressiver als die europäische Variante und kann von Tier zu Tier übertragen werden. Die Umsetzung der Bezäunung in Uelzens Wildgatter erfolgte anhand der Vorgabe der Veterinärbehörde des Landkreises Uelzen als Vorsorge vor der afrikanischen Schweinepest.

Die drei Wildschweingehege sind nun doppelt bezäunt, damit keine Tiere aus dem Wald Kontakt mit den Tieren in den Gehegen haben. Fertig sind jetzt auch die sechs Eingangstore für Besucher am Zaun, die Wildschweingehege sind jederzeit erreichbar. Die Türen schließen zudem von selbst wieder. Die Tore bestehen jeweils aus einem großen Element, das verschlossen ist und nur von den Mitarbeitern des Stadtforstes genutzt wird, sowie daneben aus einem kleinen Tor, das für Fußgänger, Rollstuhl- und Radfahrer vorgesehen ist. „Das Fußgängertor bietet Platz für den Zwillingskinderwagen“, sagt Uelzens Stadtförster Thomas Göllner.

Insgesamt leben derzeit 30 Wildschweine im Uelzener Wildgatter. Eddie Wolfgang Nauck und Maximilian Köppen kümmern sich schwerpunktmäßig um die Tiere. Nauck absolviert derzeit ein Praktikum und Köppen ein freiwilliges ökologisches Jahr beim Uelzener Stadtforstamt.

Die Errichtung des Damwildzauns folgt im Laufe dieses Jahres, sodass der zwei Meter hohe Maschendrahtzaun am Ende 1,5 Kilometer lang sein wird. An Kosten stehen rund 40.000 Euro zu Buche – allein für die Tore mussten 20.000 Euro aufgebracht werden.

Wichtig ist Göllner, dass sich Besucher unbedingt daran halten sollen, die Wildschweine nicht mit Fleisch zu füttern. Das Virus ist zwar für Menschen ungefährlich, kann aber zum Beispiel durch ein weggeworfenes Wurstbrot auf das Wildschwein übertragen werden. Obst, Gemüse und Rohgetreide können Besucher dagegen sehr gerne an die Tiere verfüttern. Außerdem schützt der Zaun die Tiere vor Wölfen. „Zaun und Pfähle reichen 30 Zentimeter in die Erde. So können sich Wölfe nicht unter dem Zaun durchgraben“, so Uelzens Stadtförster.

Die Fertigstellung des Zauns und der Eingangstore war eigentlich für 2018 geplant gewesen, doch der Borkenkäfer hatte Göllner und sein Team in Atem gehalten. „Der Borkenkäfer ist auch in diesem Jahr wieder ein Problem. Unsere Priorität liegt darin, befallene Bäume zu finden. Ziel ist der Erhalt des Waldes“, sagt Göllner.

VON TIMO HÖLSCHER

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