Krankenhaus wappnet sich vor möglichem Hochwasser

Neuer Deich soll Klinikum schützen

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Im Fall eines starken Unwetters mit sturzflutartigem Regen könnte vom Stadtwald her das Klinikum überflutet werden. Jetzt soll vorgebeugt werden – mit einem Deich, der eine verschließbare Tordurchfahrt erhält.

Uelzen. Hochwasser auf den Zufahrten für den Rettungsdienst, das wäre für das Klinikum Uelzen hochproblematisch. Das starke Unwetter im vorvergangenen Sommer in Uelzen hatte auch am Krankenhaus stellenweise zu Überflutungen geführt.

„In diesem Fall konnten die Probleme bewältigt werden. Unter etwas anderen Randbedingungen hätte der Regen aber auch zu größeren Schwierigkeiten führen können. “ Für den stellvertretenden technischen Leiter am Klinikum, Christian Rose, war deshalb der starke Regen ein Auslöser, zu überprüfen, wo für das Krankenhaus ein Risiko besteht.

„Wir wollten genauer wissen, welche Gefahren für uns relevant sind, wie wahrscheinlich diese sind und was wir konkret tun können“, berichtet Rose. „Deshalb haben wir den Kontakt zu den Wasserexperten der Ostfalia Hochschule in Suderburg gesucht.“ Daniela Keitel, Studentin des Wasser- und Bodenmanagements, hat die Frage der Gefahren durch Hochwasser in einer Projektarbeit untersucht. Ihr Fazit lautet, dass ein Risiko besteht, obwohl sich kein Gewässer in der direkten Nähe des Geländes befindet. „Das Klinikum ist insbesondere bei Sturzflutereignissen und Oberflächenabflüssen aus den oberhalb liegenden Waldflächen gefährdet. Hier sind Oberflächenabflüsse schon bei Niederschlägen zu erwarten, wie sie statistisch etwa alle zehn Jahre auftreten.“

Die Bedrohung durch Überschwemmungen in den Überflutungsflächen sei nur ein Aspekt. „Viel häufiger sind Überflutungen durch überlastete Kanalnetze, Starkregen oder ansteigendes Grundwasser, das muss differenziert betrachtet werden, um sinnvolle Lösungen zu finden“, fügt Prof. Klaus Röttcher von der Fakultät Bau-Wasser-Boden der Ostfalia hinzu.

Ein Niederschlagsereignis wie vom Juni 2011 komme etwa alle 50 bis 100 Jahre vor, sagt Klinikumssprecher Sebastian Haeger. Krankenhäuser seien im Fall eines großräumigen Hochwassers eventuell durch mehr Verletzte besonders beansprucht. Zugleich könnte beispielsweise die städtische Stromversorgung ausfallen, Zufahrten nicht mehr wie gewohnt befahrbar oder das Krankenhaus selbst in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein. „Da diese Ereignisse die gleiche Ursache haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie gleichzeitig auftreten.“

Damit bei extremen Wetterbedingungen ein reibungsloser Krankenhausbetrieb gewährleistet werden kann, will das Klinikum einen Deich aufbauen mit einer verschließbaren Tordurchfahrt an der Autozufahrt zur Technikzentrale. Dadurch werde verhindert, dass Wasser in die Untergeschosse des Klinikums Uelzen eindringen kann, erklärt Christian Rose. Etwa 20 000 Euro wird die Baumaßnahme voraussichtlich kosten.

Von Diane Baatani

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