„Wir wollen eine Evolution, keine Revolution“

Ausrichter des Weihnachtsmarktes muss diese Kriterien erfüllen – Stadtfest wird verlegt

Die blaue Fläche zeigt den Kern des Weihnachtsmarktes an St. Marien. Bei den gelb markierten handelt es sich um potenzielle Erweiterungsflächen.
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Die blaue Fläche zeigt den Kern des Weihnachtsmarktes an St. Marien. Bei den gelb markierten handelt es sich um potenzielle Erweiterungsflächen.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Bis zum Freitag vor dem ersten Advent ist es noch mehr als ein halbes Jahr hin. Doch die potenziellen künftigen Ausrichter des Weihnachtsmarktes Uelzen müssen sich jetzt durchaus sputen.

Uelzen – Der Betriebsausschuss Kultur, Tourismus und Stadtmarketing (KTS) der Hansestadt Uelzen hat in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag einstimmig beschlossen, den bereits feststehenden wie potenziellen weiteren Kandidaten für die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes einen umfangreichen Kriterienkatalog zukommen zu lassen, den sie nun spätestens bis zum 28. Mai in ein Bewerbungskonzept einarbeiten müssen.

In der nächsten Ausschusssitzung am 10. Juni sollen sich alle Bewerber mit ihrer Vision für den Weihnachtsmarkt vorstellen, ehe die Entscheidung getroffen wird, wer den Zuschlag bekommen soll. Daran schließen sich dann die Vertragsverhandlungen mit der Stadt an.

Kürzere Laufzeit mit Option denkbar

Wie Bürgermeister Jürgen Markwardt ausführte, sei dabei längst nicht in Stein gemeißelt, dass der neue Vertrag – wie der letzte mit Andreas Matuschak – erneut eine fünfjährige Laufzeit haben müsse. „Wir möchten als Stadt definitiv die Chance bekommen, vom Vertrag zurückzutreten. Denkbar ist beispielsweise auch ein Vertrag über zwei oder drei Jahre mit einer Option auf zwei weitere“, sagte der Verwaltungschef. Schon Wilfried Gade (Ordnungs- und Gewerbewesen der Stadt) hatte zuvor erklärt, dass die Laufzeit des Vertrages mit dem neuen Ausrichter von den Verhandlungen und den Vorgaben aus der Politik abhängig seien. „Aber wer investiert, möchte und muss auch ein Stück weit Sicherheit haben“, so Gade auf die Frage von Markus Hannemann (CDU), wie man die Einhaltung der vereinbarten Kriterien evaluieren wolle und ob es eine einseitige Kündigungsoption für die Stadt geben solle.

Den Kriterienkatalog insgesamt ordnete Bürgermeister Markwardt so ein: „Wir wollen eine Evolution des Weihnachtsmarktes, keine Revolution.“ Gade ergänzte, dass man sich wesentlich an den Wünschen an einen Ausrichter von 2016 orientiert habe und dass zusätzlich die größten Kritikpunkte und Wünsche aus Handel und Bevölkerung eingeflossen seien: „Das waren die Einbeziehung der Fußgängerzone, die Einbeziehung des Bereiches rund um die Kirche und als Hauptkritikpunkt die fehlende Anbindung zwischen Herzogenplatz, Kirchplatz und Altem Rathaus“, so Gade.

Er schränkte aber direkt ein: Die Fußgängerzone könne nicht zum Weihnachtsmarkt gehören, weil die dortigen Flächen für die Feuerwehr frei bleiben müssten. „Was dann noch übrig bleibt, ist wenig – und liegt direkt vor den Schaufenstern des Einzelhandels. Auch die Einbeziehung des weiteren Areals an der St.-Marien-Kirche sei „relativ schwierig“, man habe aber wie für die Veerßer Straße optionale Flächen aufgenommen.

Achse schaffen und Vitalmarkt beachten

Wie die AZ berichtete, gibt es bis dato drei Bewerbungen und zwei weitere Interessenbekundungen potenzieller Ausrichter. Sie stehen vor der Herausforderung, die gewünschte Achse für den gesamten Uelzener „Weihnachtszauber“ mit Adventskalender vor dem Alten Rathaus und Eisbahn auf dem Herzogenplatz zu bewerkstelligen und dabei den Vitalmarkt mittwochs und samstags zu berücksichtigen.

Vorgesehen ist vom 26. November bis zum 23. Dezember wie gehabt eine tägliche Öffnung aller Stände von 11 bis 20 Uhr. Unterschiede zwischen gastronomischen und Non-Food-Anbietern könne man in Sachen Öffnungszeiten nicht machen, betonte Wilfried Gade. Bei einer gewerblichen Vergabe eines Marktes sei man zur Einheitlichkeit verpflichtet.

Das steht noch im Kriterienkatalog für Ausrichter

  • Nachhaltigkeitskonzept
  • Aufbau erst nach Totensonntag, alle Reinigungsarbeiten, Abbau am 24.12.
  • Rücksichtnahme auf Verantaltungen in St. Marien
  • kostenfreies Präsentationsangebot für Vereine etc. (ein oder zwei „Gute Buden“)
  • mindestens 22 farblich einheitliche Hütten aus Massivholz, davon sechs auf den Erweiterungsflächen, maximal die Hälfte mit Imbisswaren oder Alkoholausschank
  • einheitlliches Erscheinungsbild und Beleuchtungskonzept für Markt und Hütten
  • Tannen(baum)schmuck
  • besondere Attraktionen (Krippe, Pyramide, Karussell)
  • Abfallbeseitigungskonzept

Stadtfest Uelzen: Daumen drücken für den Oktober

Das für den 6. bis 8. August geplante Stadtfest hat coronabedingt einen neuen Termin: Vom 1. bis 3. Oktober soll es nun unter der Regie von Frank Wiechel stattfinden – so es die Pandemie zulässt. Das gab die Stadtverwaltung im Betriebsausschuss Kultur, Tourismus und Stadtmarketing bekannt.

Wiechels Vertrag als Ausrichter, der schon seit 2003 läuft, will die Hansestadt um zwei weitere Jahre verlängern. Um den Schaustellern die Chance zu geben, in der Zeit nach Corona mehr Umsatz machen zu können, sollen auch 2022 und 2023 Stadtfeste gefeiert werden.

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