Bis zu 15 000 Kubikmeter Erde sind zu entsorgen

Bau des neuen Kreishauses in Uelzen: Belasteter Boden

Blick in den Grabungsschacht: Unterschiedliche Erdschichten sind deutlich zu erkennen.
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Blick in den Grabungsschacht: Unterschiedliche Erdschichten sind deutlich zu erkennen.

Uelzen – Der Einzug ins neue Kreishaus ist für Sommer 2022 geplant. Zum Baustart in diesem Frühjahr muss der Landkreis Uelzen zunächst aber belastetes Erdreich abfahren lassen.

Wie Kreissprecher Martin Theine auf Anfrage der AZ erklärt, seien bis zu 15 000 Kubikmeter Erde zu entsorgen.

Die Ergebnisse von Bodenuntersuchungen zwingen den Landkreis, in dieser Weise tätig zu werden. Das ausgesuchte Gelände für den Neubau zwischen Sternstraße und Eschemannstraße war einst ein Industriestandort. Dort stand das Uelzener Kieselgurwerk.

Für die Suche nach Weltkriegsresten und Giftstoffen im Boden wurden auf dem Gelände Bohrungen vorgenommen und Teilbereiche ausgeschachtet.

Landkreis-Sprecher Martin Theine berichtet von „unterschiedlichen Stoffgruppen“ im Erdreich, die in Teilbereichen des Areals und in unterschiedlichen Tiefen entdeckt worden seien. Folglich wird der Boden nicht flächendeckend oder bis zu einer festgelegten Tiefe abgetragen, sondern punktuell und im notwendigen Maße.

Das neue Kreishaus entsteht wenige hundert Meter entfernt vom Bahnhof, der am Ende des Zweiten Weltkrieges bombardiert wurde. Mögliche Blindgänger könnten noch im Boden schlummern. Aus diesem Grund waren nicht nur die Untersuchungen zu einer Belastung des Erdreichs in Auftrag gegeben worden, sondern auch eine Sondierung des Geländes zu Weltkriegsaltlasten. Dazu wurden bis zu sechs Meter tiefe Bohrungen vorgenommen. Alte Kampfmittel sind dabei keine entdeckt worden.

Gebaut wird das Kreishaus vom Unternehmen Depenbrock aus Stemwede (Nordrhein-Westfalen), das den Bau schlüsselfertig übergeben soll. Mit ihm wurde ein Festpreis vereinbart – ausgenommen: die Entsorgung von Erdreich. Sie fallen laut Vertrag in den sogenannten „Risikobereich des Auftraggebers“.

Wie hoch die Kosten für die Erdentsorgung ausfallen werden, so erklärt Kreissprecher Martin Theine, könne zum „jetzigen Zeitpunkt nur geschätzt werden.“ Die Wirtschaftlichkeit des Projektes sei aber „nicht beeinträchtigt.“

In der kommenden Woche werden die Mitglieder des Uelzener Kreistages bei ihrer nächsten Sitzung über die Kostenfrage beraten. Den Sitzungsunterlagen ist zu entnehmen, dass gegenwärtig für die Untersuchung und die Entsorgung des belasteten Erdreichs mit Kosten in Höhe von 2,12 Millionen Euro gerechnet wird.

VON NORMAN REUTER

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