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Neue Metronom-Züge: Protestnote geht an den Landtag

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Von: Norman Reuter

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Eine elektronische Rampe gibt es nicht mehr. Jetzt muss Zugpersonal eine Faltrampe am Einstieg anlegen.
Eine elektronische Rampe gibt es nicht mehr. Jetzt muss Zugpersonal eine Faltrampe am Einstieg anlegen. © Privat

Kathrin D. lässt nicht locker. Die Bremerhavenerin, die seit 2013 wegen einer Krankheit auf einen Rollstuhl angewiesen ist und im Sommer des vergangenen Jahres beinahe nicht einen neuen Zug der in Uelzen ansässigen Metronom-Eisenbahngesellschaft nutzen konnte, weil eine elektronische Rampe zum Einstieg gegen eine manuelle ausgetauscht wurde (AZ berichtete), hat nun eine Petition an den niedersächsischen Landtag auf den Weg gebracht.

Uelzen/Bremerhaven – Die Rollstuhlfahrerin findet: Für Menschen mit Behinderungen sei es nun schwieriger geworden, einen Zug zu nutzen. Dabei bezieht sie sich nicht nur auf die manuellen Rampen. Auch die Anordnung von Sitzen sowie der Aufbau von behindertengerechten Toiletten in neuen und modernisierten Zügen treiben sie um. „Das ist alles eine Verschlechterung“, erklärt D. gegenüber der AZ. Der Landtag solle einschreiten, meint sie. Damit sich das Länderparlament mit ihrem Anliegen befasst, müssen sich für die Petition 5000 Unterzeichner finden.

In neu angeschafften Steuerwagen in der Metronom-Flotte sind keine elektronischen Rampen mehr eingebaut. Stattdessen müssen faltbare Rampen vom Personal angelegt werden. Weil ein Mitarbeiter erklärte, er habe es am Rücken, war D. im letzten Juli gebeten worden, einen anderen Zug zu nehmen. Letztlich half der Zugführer. Inzwischen weiß D. auch, dass Rollstühle mit größerem Radabstand dazu führten, dass nach dem Einstieg die manuelle Rampe nicht ohne Weiteres wieder weggenommen werden könne. D. verweist auf das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und die entsprechende UN-Konvention. Danach dürfe sich die Situation für Menschen mit Behinderungen nicht verschlechtern, das sei hier aber der Fall.

Die Eisenbahngesellschaft Metronom verkehrt zwischen Bremen, Hannover und Hamburg, Eigentümer der Züge sei sie aber nicht, erklärt Metronom. Das sei die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), die auch Auskunft zu diesem Fall geben könne.

LNVG-Sprecher Dirk Altwig betont: Aus den 29 Bestandswagen der Flotte werden die elektrischen Rampen nicht ausgebaut. „Sie bleiben dort weiter in Betrieb“, so Altwig. Bei vier neuen Steuerwagen hätte die LNVG die elektrische Rampe gerne wieder mit bestellt. „Aktuelle EU-Vorschriften verbieten uns aber den Einbau“, sagt Altwig. Die Neigung der Rampe wäre größer als vorgeschrieben. „Uns ist nicht bekannt, dass es wegen der Neigung mal Probleme gegeben hätte, aber an die Vorschrift müssen wir uns halten.“ Gemeinsam mit Metronom werde geprüft, ob für die neuen Wagen eine Rampe eingesetzt könne, die das Manövrieren erleichtere.

Was die Anordnung von Sitzen bei der Modernisierung von Zügen betrifft, so habe es hier von Nutzern Hinweise gegeben, die aufgenommen würden. Aktuell werden Züge für das Expressnetz Bremen-Niedersachsen geplant, die ab 2024 rollen sollen. Für diese Modelle kündigt Altwig stufenfreie und damit barrierefreie Einstiege an. nre

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