Metronom stellt Test-Zug vor – Überraschendes an Tischen und in Automaten

Neue Ideen fürs Bahnfahren

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Uelzen. Niedersachsens größte private Eisenbahngesellschaft Metronom geht neue Wege, um das Bahnfahren im Regionalverkehr noch komfortabler zu gestalten. Mit dem gestern vorgestellten „Zug der Ideen“ setzt das Uelzener Unternehmen auf ein deutschlandweit einzigartiges Konzept.

Die blau-weiß-gelben Doppelstockwagen wurden in vielen Bereichen umgestaltet. Dazu gehören ein besseres Wegeleitsystem innerhalb der Waggons mit einer deutlichen Kennzeichnung der einzelnen Bereiche, kreative Tischfolien mit kurzen literarischen Texten und Spielen wie Mühle, Dame oder Schach sowie ein neues Konzept für die Toiletten mit sanfter Musik und Postern, die einen Harzer Wasserfall zeigen. Außerdem gibt es einen Ruhewagen mit gedimmtem Licht und leiser eingestellten Lautsprechern, in denen die Fahrgäste auf Handys und laute Kopfhörer-Musik verzichten sollen.

„Der ,Zug der Ideen’ versteht sich als Ideengeber und kreatives ,Testlabor’, in dem wir möglichst schnell und ohne großen Aufwand technische und Ausstattungsaspekte ausprobieren können“, sagt Jan Görnemann, technischer Metronom-Geschäftsführer. Dinge, von denen sich das Unternehmen überlege, ob man sie generell einbauen solle, würden in diesem einen Zug in der Praxis ausprobiert. Die Fahrgäste seien per Internet, E-Mail oder auch Brief aufgefordert, sich zu den Innovationen zu äußern, aber auch eigene Ideen einzubringen. „All das, was im ,Zug der Ideen’ ankommt, werden wir danach in unseren anderen Zügen ebenfalls umsetzen“, sagt Görnemann weiter.

Um Fahrgäste mit möglichst vielen verschiedenartigen Bedürfnissen zu erreichen, werden die umgestalteten Waggons auf der Strecke Uelzen-Hannover-Göttingen eingesetzt. „Sie wird von der gesamten Bandbreite unserer Kunden befahren“, sagt Görnemann, „also von Kurzstreckennutzern wie zwischen Suderburg und Uelzen, Pendlern zwischen Hannover und Göttingen, aber auch Ausflüglern mit Fahrrädern.“

Der neue Zug wartet mit einigen Überraschungen auf. So fehlen im Oberdeck die Kleiderhaken, damit nasse Jacken nicht auf Sitze oder Fahrgäste tropfen. Für Verblüffung sorgt das Sortiment der Snackautomaten: Neben einigen Standards und nur bei Metronom erhältlichem Schweizer Cannabis-Eistee finden sich auch Kondome und Schwangerschaftstests. „Die Idee hinter allem, was wir tun, ist, den Fahrgästen bei Wünschen und Problemen zu helfen“, sagt Björn Pamperin, Projektleiter für den „Zug der Ideen“. Letztlich solle „Bahnfahren attraktiver und Metronom die beste Eisenbahn“ werden.

Bei diesen Neuheiten soll es freilich nicht bleiben. Etwa ab Oktober 2012 ist eine Phase II mit weiteren Ideen geplant.

Von Andreas Haude

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