Migrationsdienst veranstaltet Führungen für 14- bis 20-Jährige durch Uelzens Freizeit-Angebote

Neue Heimat mit „Jugendpilot“

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Uelzen kennenlernen: Mit dem „Jugendpiloten“ können Jugendliche wie Marwan Rassam (1.v.l.) und Alireza Nabizadeh (2.v.l.) das Jugendzentrum und Sportvereine entdecken.

Uelzen. „Es ist eine gute Möglichkeit, Uelzen überall kennenzulernen. “ Alireza Nabizadeh lebt seit fast zwei Jahren in der Uhlenköperstadt. Damit er sich noch besser einlebt, folgt der Sohn afghanischer Eltern dem „Uelzener Jugendpilot“.

So nennt sich eine Art Stadtführung, die der Jugendmigrationsdienst des Christlichen Jugenddorfes (CJD) Göddenstedt für Neu-Uelzener zwischen 14 und ungefähr 20 Jahren eingeführt hat. Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund, können mit Ehrenamtlichen das Uelzener Freizeitangebot kennenlernen – und ganz nebenbei auch Deutsch lernen.

Etwa 17 Jugendliche verabreden sich mit den Organisatorinnen, Annika Quednau und Swantje Dost-Kraft, etwa einmal wöchentlich über die Internet-Plattform Facebook und besuchen das Kulturangebot, das Jugendzentrum oder Sportvereine. Aber auch DVD-Abende und Wii-Spielen gehören dazu. Die Aktivitäten sind kostenlos, der Jugendmigrationsdienst finanziert den Jugendpiloten über Spenden. Besonders für Personen mit Migrationshintergrund sei es schwer, sich in einer neuen Stadt – in einem neuen Land – zurecht zu finden, wenn sie die Sprache gerade erst erlernen, erläutert Joyce Müller, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes, den Hintergrund der Idee. Zudem werde mit der Freizeit von Land zu Land unterschiedlich umgegangen. „So können Jugendliche aus anderen Nationen mit Begriffen wie Jugendzentrum oder Sportverein nichts anfangen oder verstehen etwas anderes als einheimische Jugendliche darunter“, sagt Joyce Müller. „Ein Projekt wie der Jugendpilot soll den Jugendlichen den Zugang zu Freizeitangeboten in Uelzen erleichtern.“ Die Einrichtung des CJD betreut vor allem jüngere Kinder. Mit diesem Programm wollen die Mitarbeiter nun auch etwas für Ältere bieten.

„Wir kommen in den Jugendmigrationsdienst, um zu lernen“, berichtet der 19-jährige Marwan Rassam aus dem Irak. „Und damit wir nicht immer nur gemeinsam Hausaufgaben machen, sondern auch mal etwas anderes unternehmen, bin ich bei den Treffen dabei.“ Ein nächster Termin ist der Mitternachtssport am Sonnabend, 26. Mai, von 21 bis 24 Uhr in der Turnhalle des Lessing-Gymnasiums. Weitere Informationen gibt es unter (0581) 9 07 76 81.

Von Diane Baatani

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