Neues Kommissariat an der Zuckerfabrik bringt eine Vielzahl an Erleichterungen

Uelzener Polizei bezieht neues Domizil

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Kein aufwendiges Abschließen mehr: Uelzens Polizeichef Dieter Klingforth erklärt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius das neue Schließsystem der vier Gewahrsamszellen im neuen Polizeikommissariat.

Uelzen – Der hellgekachelte Zellentrakt ist noch blitzeblank, als Niedersachsens Innenminister ihn Montagvormittag beim obligatorischen Rundgang durch das neue Uelzener Polizeikommissariat begutachtet.

Dabei ist der Umzug von der Lüneburger Straße zur Zuckerfabrik schon vor sechs Wochen erfolgt und mancher Zeitgenosse musste schon mehr oder weniger freiwillig in einer der vier Zellen übernachten.

Doch Boris Pistorius interessiert sich vor allem für die Funktionalität des neuen Traktes. Denn Bürger, die es bis hierher „geschafft“ haben, sind auch angesichts übermäßigen Alkoholkonsums den Polizisten oftmals nicht sehr wohlgesonnen und leisten entsprechende Gegenwehr.

Vor zahlreichen Gäste sprach der Innenminister zur offiziellen Eröffnung des neuen Kommissariates.

Im alten Gebäude bedeuteten bauliche Unzulänglichkeiten den Beamten in solchen Situationen zusätzlichen Stress. Das Schloss der Zellentür schnappe nicht automatisch zu, sondern bei Versuchen, die Tür aufwendig zu verschließen, brach auch schon mal der Schlüssel ab. Und mancher Dealer versuchte, seine Drogen schnell noch in der Toilette zu versenken – das geht jetzt nicht mehr, denn die Spülung löst nur aus, wenn Polizisten einen Knopf drücken.

Uelzens Polizeichef Dieter Klingforth war entsprechend bei der offiziellen Einweihung des neuen Gebäudes voll des Lobes für die Ausstattung. Das Warten auf ein neues Domizil habe sich gelohnt, betonte er. Weitere Neuerungen auf der Wache sind unter anderem ein spezielles Vernehmungszimmer für Kinder, dort kann auch Videotechnik eingesetzt werden, und in einem neuen Gewahrsamsraum können Jugendliche untergebracht werden, die zum Beispiel nach einem Ladendiebstahl abgeholt werden sollen. Der diensthabende Beamte hat durch eine Scheibe immer Blickkontakt auf den Protagonisten – im alten Gebäude war das Prozedere deutlich aufwendiger.

Natürlich sollen auch alle Bürger das neue Polizei-Domizil kennenlernen: Am 15. Juni ist ein Tag der offenen Tür an der Stadthalle geplant.

VON THOMAS MITZLAFF

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