Bahn saniert Überführungen – und die Stadt muss nehmen, was kommt...

Neubau in Stein gemeißelt

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Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden die Bahnbrücken an der Bahnhofstraße/Sternstraße erneuert – und zwar „1 zu 1“. Die Stadt Uelzen hält das für problematisch, da sich Verkehre verändert haben, doch handeln kann sie nicht.

Uelzen. Die Bahnbrücken über der Bahnhofstraße beziehungsweise über der Sternstraße sind in die Jahre gekommen. Und so hat die Bahn, wie berichtet, binnen der nächsten fünf Jahre eine Sanierung angekündigt.

Was jedoch im ersten Moment gut klingt, hat für die Stadt Uelzen einen Pferdefuß. Denn die Bahn saniert die Brücken „1 zu 1“, wie Bürgermeister Jürgen Markwardt weiß. Heißt: Der Neubau wird in den Ausmaßen identisch mit dem alten Bauwerk sein. Und genau da liegt für die Uelzener der Hase im Pfeffer.

„Die Verkehre und Fahrzeuge haben sich im Laufe der letzten 50 Jahre verändert“, sagt Jürgen Markwardt. Ein identischer Brückenneubau werde heutigen Ansprüchen aus seiner Sicht nicht gerecht. Zwar habe die Stadt die Möglichkeit, der Bahn gegenüber ein sogenanntes „Verlangen“ auszusprechen und Änderungen für den Neubau zu fordern. Dann müsste die Stadt allerdings erst einmal sämtliche Kosten übernehmen. Dabei rede man laut Bürgermeister von einem mittleren siebenstelligen Betrag.

Damit stecken die Uelzener in einem Dilemma. „Wir wissen also, dass wir Änderungen bräuchten“, so Markwardt, „in der lichten Höhe und in der Breite der Überführung zum Beispiel. Doch sobald wir ,Piep‘ sagen, müssen wir für alle Kosten in Vorleistung gehen.“ Für den Verwaltungsausschuss war natürlich klar, auf keinen Fall „Piep“ zu sagen – er entschied, von dem sogenannten „Verlangen“ Abstand zu nehmen und die Bahn einfach neu bauen zu lassen.

„Das macht mich nicht froh“, stellt Jürgen Markwardt klar, „aber es ist die richtige Entscheidung, denn die Bahn hat das Recht auf ihrer Seite. Dennoch ist das ein Zustand, der so nicht tragbar ist. Das ist eine Ausschaltung des Mitspracherechts der Kommunen.“ Insofern sei es „bedenkenswert, ob das Recht so bleiben darf“, findet der Bürgermeister – und behält sich vor, einen entsprechenden Brief an die Landesregierung in Hannover zu schreiben.

Von Ines Bräutigam

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