Kirchweyher Bürger sind genervt von verirrten Lkws

Mit dem Navi in die Mauer

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Nach dem Crash in die Mauer: Ein Spezialunternehmen musste den Reifen des Lkws wechseln.

Uelzen/Kirchweyhe. Sie verlassen sich auf ihr Navigationsgerät, wo der Blick auf Straßenschilder angebracht wäre: Die Serie verirrter Lkws in Kirchweyhe, die beim Rangieren in den teils engen Straßen Schäden hinterlassen, reißt nicht ab.

Gestern in den frühen Morgenstunden hat ein Laster beim Versuch, eine spitze Kurve von der Westkoppel zur Straße Im Habeck zu nehmen, eine Gartenmauer auf einer Länge von sechs Metern zerstört.

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Für Stunden war der Bereich nicht zu passieren, weil bei der Kollision mit der Mauer auch ein Reifen des Lkws aufgerissen wurde und erst ausgetauscht werden musste, bevor die Weiterfahrt möglich war. Hausbewohner Andreas Fritsche schätzt den Schaden auf mindestens 5000 Euro. Er und seine Familie sind ratlos – erst am vergangenen Donnerstag hatte sich an gleicher Stelle ein Lkw verkeilt, der sich nur mit Hilfe eines Lotsen aus der Situation befreien konnte (AZ berichtete). Drei- bis viermal wöchentlich sei zu erleben, dass ein Lkw oder auch Busse entweder, weil sie nicht herumkommen, zurücksetzen oder sich aber in Millimeterarbeit mehr minder erfolgreich um die Kurve tasten würden, so Fritsche.

Der Polizei ist das Dilemma bekannt, wie Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, gestern auf AZ-Anfrage sagte. Es sei der Borniertheit der Lkw-Fahrer zu verdanken, so Munstermann, die sich zu sehr auf ihre Navigationsgeräte verlassen würden, deren Kartenmaterial veraltet sei und die deshalb die neue Ortsumgehung nicht erkennen würden, sodass sie nach Kirchweyhe hineinfahren. Im Ort folgten sie dann der neuen abbiegenden Hauptstraße auf die Westerweyher Straße mit dem Ergebnis, dass die Navi-Geräte sie über die Westkoppel wieder auf die alte B 4 leiten würden.

Bekannt sind auch Fälle, bei denen Lkws bis zum Wirtschaftsweg fuhren, um dann wieder zurück zu setzen. Die Stadt hat aus diesem Grund an der Alten B 4 ein Sackgassenschild an der abbiegenden Hauptstraße aufgestellt. Gestern kündigte die Verwaltung an, ein gleiches Schild auch an der Einmündung zur Westkoppel aufstellen zu wollen.

Von Norman Reuter

Einen weiteren Artikel dazu lesen Sie am Mittwoch im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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