Windenergieanlagen sollen Wäldern nicht zu nahe kommen

AK Natur will mehr Abstand

+
Nach Meinung der Naturschutzverbände des Landkreises Uelzen gefährden Windräder, die zu nahe an Wäldern stehen, die Tiere am Waldrand.

Uelzen. Das Forum der anerkannten Naturschutzverbände im Kreis Uelzen, der AK Natur, meldet erhebliche Bedenken gegen einen Beschluss des Kreistagsausschusses für Planung und Straßenbau vom 11. Juli dieses Jahres an.

Demnach sollen Windenergieanlagen (WEA) bis an die Waldränder heran gebaut werden dürfen. Der bis dato vorgesehene Abstand von 200 Metern solle entfallen dürfen.

Die meisten der heimischen Greifvogelarten nisten bevorzugt in Waldrandnähe und kreisen zu Beginn der Brutzeit über den Horststandorten, so heißt es in einer Mitteilung des Arbeitskreises. Durch den Bau von Windrädern bis an den Wald heran würden die Greife ebenso wie die Fledermäuse, deren Jagdreviere am Waldrand liegen, nach Meinung der Tierschützer durch die WEA „stark gefährdet“. Aus Sicht der Jägerschaft sei gerade der Waldrand ein sensibler Bereich für das Wild. Dort stehende WEA würden das Wild beunruhigen. Dazu kämen befestigte Zuwegungen zu den WEA, auf denen ebenfalls Störungen stattfänden.

Auch für Gewässer, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile und besonders geschützte Biotope sollen die früher vorgeschriebenen Abstände zu Windrädern entfallen.

Der AK Natur, vertreten durch BUND, NABU, Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU), Jägerschaft, Sportangler, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Imker, Ameisenschutzwarte sowie den Naturschutzbeauftragten, fordert, für den Neubau von WEA, die mittlerweile eine Höhe von 200 Meter erreichen würden, Abstandsräume zu schützenswerten Lebensräume zu bewahren. Bei jedem Neubau von WEA solle nach Meinung der beteiligten Verbände eine Einzelprüfung verbindlich sein, da auch Zugkorridore von Kranichen und Gänsen sowie die Horstnähe von Schwarzstörchen zu berücksichtigen seien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare