Zeichen gegen Fast-Shopping

Natalie Kahlstorf organisiert in Uelzen einen Kleidertausch-Rausch

Natalie Kahlstorf will mit dem Kleidertauschrausch den Nachhaltigkeitsgedanken voranbringen.
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Natalie Kahlstorf will mit dem Kleidertauschrausch den Nachhaltigkeitsgedanken voranbringen.

Uelzen – Viele kennen es. Beim Öffnen des Schranks fällt der Blick auch immer wieder auf einmal gekaufte Kleidung, die man eigentlich nie wirklich an hatte. Zu schade zum Wegschmeißen, aber eigentlich nur unnötige Raumfüller.

Dort wollen Natalie Kahlstorf und Yvette Berger mit ihrem Kleidertauschrausch ansetzen, den Nachhaltigkeitsgedanken fördern und ein Zeichen gegen das sogenannte Fast-Shopping setzen.

„Eigentlich hat jeder Sachen im Schrank, die er nicht mehr braucht“, sagt Natalie Kahlstorf. Diese Kleidung soll anderen wieder eine Freude machen. Am Ende habe man einen leeren Kleiderschrank und neue Sachen zum Anziehen. Zehn bis 15 Teile soll jeder zum Tauschen mitbringen. Natürlich in gutem Zustand. Kleidung, die keinen neuen Besitzer findet, soll an Obdachlose gespendet werden.

„Das ganze soll auch ein Denkanstoß sein, sein eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen“, sagt Natalie Kahlstorf. Sie selbst hat in den vergangenen zwei Jahren nach und nach ihr Leben umgestellt. Das Auto ist abgeschafft, eingekauft wird, wenn möglich, auf dem Markt und auf Plastikverpackungen wird auch verzichtet. „Die unverpackte Paprika ist genauso gut wie die verpackte. Und abgespült wird sie sowieso“, sagt die Uelzenerin. Die Brötchen lässt sie sich nicht mehr in der Papiertüte geben, sie nimmt extra einen Stoffbeutel mit. „Das mache ich nicht nur für mein Gewissen, das bereichert mich. Und ist zu meiner Leidenschaft geworden.“

Sie wolle aber nicht missionieren, sondern motivieren, sich selbst mit der Sache auseinanderzusetzen. Es gebe viele kleine Dinge, die man machen könne, um nachhaltiger zu leben. „Druck hilft da aber nicht“, sagt Natalie Kahlstorf. Sie würde es schon freuen, wenn sich die Leute vor einem Spontankauf noch einmal Gedanken machen, ob sie das Objekt der Begierde auch wirklich brauchen. Sie selbst mache es auch so. „Wenn ich in drei Tagen immer noch daran denke, dann kaufe ich es. Ansonsten war es wohl doch nicht so wichtig“, meint Natalie Kahlstorf.

VON LARS LOHMANN

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