Stadt soll historischen Bau in Holdenstedt weiter vermarkten / Vorerst keine eigene Sanierung

Nächster Anlauf für Schlossverkauf

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Die Zukunft des Schlosses bleibt ungewiss. Verkaufsbemühungen waren bislang nicht erfolgreich. Bis mindestens Ende 2016 soll der Bau nun weiter vermarktet werden.

Uelzen-Holdenstedt. Das Schloss Holdenstedt soll in jedem Fall an den Mann gebracht werden: Kurz bevor die zum Verkauf des Baus gesetzte Frist endete, hat die Uelzener Politik einen neuen Beschluss gefasst.

Die Stadtverwaltung wurde am Montagabend in nicht öffentlicher Sitzung beauftragt, den historischen Bau auch 2016 weiter zu vermarkten. Außerdem: Die Politik will vorerst selbst nicht mehr in die Bresche springen, wenn ein Verkauf bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gelingen sollte.

Der Stadtrat hatte, wie berichtet, ursprünglich erklärt, dass man sich der Verantwortung für den Bau stellen wolle, wenn sich kein Verkäufer finde. Deshalb waren immer wieder Fristen gesetzt worden, die dann verlängert wurden. Die jüngste wäre Ende des Jahres ausgelaufen. Nun die Abkehr von diesem Vorgehen: „Der ursprüngliche Beschluss wurde aufgehoben“, sagt Bürgermeister Jürgen Markwardt in einem Pressegespräch. „Die Politik hat den Willen, das Schloss zu verkaufen.“

Nach Aussage des Rathaus-Chefs gibt es immer wieder Interessenten am dem Schloss. Die Verkaufsverhandlungen skizziert er als schwierig: „Wir verkaufen hier kein modernisiertes Einfamilienhaus.“ Der Bau aus dem 18. Jahrhundert ist stark sanierungsbedürftig. Salopp formuliert, droht er auseinanderzubrechen. Bisher wurde das Schloss für 975 000 Euro angeboten.

Seit April 2014 gibt es Verkaufsbemühungen. Die Stadt soll sie in jedem Fall bis Ende des kommenden Jahres fortsetzen. Gegebenenfalls müsse es dann noch einmal einen neuen Beschluss geben, sagt Jürgen Markwardt. Das Heimatmuseum würde bis auf Weiteres in dem historischen Bau untergebracht bleiben. Seit 1985 ist es im Schloss zu finden. Museumsleiter Ulrich Brohm bezeichnete den Beschluss der Politik gestern auf AZ-Anfrage als „nicht befriedigend“. Brohm will die Dauerausstellung bereits seit Längerem umgestalten – von der aktuell kunstgeschichtlichen (Gotik bis Jugendstil) hin zur epochalen Darstellung der Uelzener Stadtgeschichte. Mit der Neuausrichtung des Museums wolle der Verein dieses auch für Besucher attraktiver gestalten. Allerdings bedürfe es dafür Verlässlichkeit. „Wenn es um Fördermittel geht, wird niemand Geld für eine Ausstellung geben, wenn diese nach einem Jahr wieder obsolet ist“, so Brohm. Bürgermeister Jürgen Markwardt betont, dass die Stadt an dem Museum festhalte. Der Erste Stadtrat Florian Ebeling erinnert beim Pressegespräch in diesem Zusammenhang auch an eine Machbarkeitsstudie, die Potenziale des Museums benennen soll. Derzeit besuchen, einschließlich der Kulturveranstaltungen im historischen Bau, etwa 6000 Menschen jährlich das Schloss.

Von Norman Reuter

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