Grundstück an der Celler Straße in Uelzen immer wieder unter Wasser / Mieter kämpfen gegen an

Die nächste Flut kommt bestimmt

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Das Wasser kommt – und geht aber wieder. Der Garten des Hauses an der Celler Straße am Bogen der Ilmenau ist regelmäßig überflutet. Doch die Bewohner wissen sich zu helfen.

Uelzen. Sven Borgwardt ist optimistisch. „So schnell das Wasser kommt, so schnell geht es wieder“, sagt der 37-jährige Uelzener und klingt dabei gelassen. Als Borgwardt das sagt, blickt er allerdings nicht auf die Nordsee und meint Ebbe und Flut.

Er steht in seinem Haus an der Celler Straße in Uelzen an einem Fenster und schaut hinaus in den Garten.

Auf seinem Grundstück herrscht derzeit Flut. Haus und Grundstück liegen dort, „wo die Ilmenau den großen Bogen macht“, wie es im Uhlenköperlied heißt. Und Mieter Borgwardt hat mit dem Wasser, das über den Fluss tritt ob der Regenfälle der letzten Wochen und Tage zu kämpfen. Aber er hilft sich selbst. „Man kann viele Vorkehrungen treffen“, so Borgwardt. Das klingt abgeklärt. Geräte in Garage und Keller hochhängen ist etwa eine Maßnahme.

Er wusste, worauf er sich einließ, als er vor einem Jahr mit seiner Lebensgefährtin Jessica Liedtke und ihren drei Kindern an den großen Bogen der Ilmenau zog. Bereits in den vergangenen Jahren trat die Ilmenau über die Ufer, die 900 Quadratmeter Garten trifft es dann sofort. Ein Vormieter hat einmal die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk gerufen wegen des Hochwassers – und damit Kosten von 12 000 Euro verursacht. Da packt der Hausbewohner lieber an.

Die Gummistiefel stehen bereit, ausgestattet mit einer Tauchpumpe geht er gegen die Wassermassen an. Auch dass der Fußweg zum Königsberg unter Wasser steht und somit der Weg zum Wald für die Anwohner versperrt ist, ärgert Borgwardt nicht. Schlimmeres ist bei Wasser und Flut auch noch nicht passiert, zurück blieb bisher nur morastiger Rasen. Eine weitere Maßnahme, die der 37-Jährige angedacht hatte, verfolgte er nicht weiter. „Ich hatte überlegt, einen Wall aufzuschütten zu lassen“, erzählt der Uelzener. Aber das verwarf er wieder, denn dann wäre die schöne Aussicht dahin gewesen. „Wir wollen die Ilmenau sehen.“ Dort am Ilmenau-Bogen gefällt es Borgwardt, seiner Freundin und den Kindern. „Im Sommer gibt es keinen schöneren Platz“, findet Borgwardt. Dann gehen sie im Fluss baden oder fahren Boot.

Vielleicht klappt es in diesem Winter sogar noch mit Schlittschuh fahren. Eine Wasserfläche wäre schon einmal da... „Wir warten darauf, dass es gefriert“, sagt er und lacht. Nur Schnee könnte den Anwohnern Probleme bereiten. Denn bei einer folgenden Schneeschmelze befürchtet Borgwardt „Land unter“. Wie es auch kommt: „Wir haben keine Angst vor Hochwasser.“ Das klingt selbstbewusst. Einzig „das Ungewisse“ stört ihn. Doch wenn das Wasser schnell kommt, geht es schnell wieder.

Von Benjamin Post

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