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Nachwuchs streunender Samtpfoten sorgt für Probleme

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Von: Theresa Brand

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Hanna Verch im Tierheim Uelzen mit Kätzchen
Hanna Verch kümmert sich im Tierheim auch um die Kitten. Manche von ihnen sind schon zahm geworden und möchten gestreichelt werden.  © Brand, Theresa

Vielerorts leben streunende Katzen, die weder kastriert noch gekennzeichnet sind. Nun sorgt deren Nachwuchs für Probleme im Tierheim, denn oft landen die Kätzchen dort.

Uelzen – Als Hanna Verch die Tür zum Katzenhaus öffnet, fangen direkt die ersten Kätzchen an zu miauen. Stolze 35 Katzen, oft nur wenige Wochen alt, leben zurzeit hier im Uelzener Tierheim. Die meisten von ihnen sind Fundtiere. „Jedes Jahr im Frühjahr ist das ganze Katzenhaus voll“, erzählt die Tierpflegerin. Grund dafür sind die vielen wild lebenden Katzen, die oft nicht kastriert sind. Um dem entgegenzuwirken, versuchen die Helfer des Tierheims seit Jahren, auch streunende Katzen zu kastrieren und zu kennzeichnen. „Dieses Jahr dachten wir zum ersten Mal, dass wir die Erfolge merken“, sagt Hanna Verch. „Aber der Ansturm kam einfach später als sonst.“

Wer sich privat eine Katze oder einen Kater anschafft, ist in der Stadt Uelzen dazu verpflichtet, das Tier ab einem Alter von sechs Monaten zu kastrieren und zu kennzeichnen. Das gilt aber nicht in allen Gemeinden – in Suderburg werden beispielsweise viel mehr wilde Kitten, wie die Kätzchen auch genannt werden, gefunden, da dort keine Kastrationspflicht herrscht. In den meisten Fällen rufen Anwohner im Tierheim an, weil herrenlose Kätzchen oder vernachlässigt aussehende Katzen herumlaufen. Die Tiere sind meist scheu und verwildert, sodass sie mühsam mit Fallen gefangen werden müssen. Hier unterstützt das Tierheim mit Ehrenamtlichen, die teilweise mehrere Tage brauchen, um alle Kitten in Obhut zu nehmen. Durch den Kontakt mit Menschen werden die meisten schnell zahm und können an neue Besitzer vermittelt werden.

In der Urlaubszeit erhalten die Mitarbeiter in Uelzen ebenfalls häufig Anrufe, bei denen Menschen nach einer Pension für ihr Haustier suchen. Hier betont Hanna Verch: „Das Tierheim ist nur für Notfälle da.“ Es werden weder Tiere über die Ferien betreut, noch kann jeder einfach ein Tier vorbeibringen – beispielsweise, wenn der Hund plötzlich Probleme macht oder nicht genügend Freizeit neben Gassigehen und Arbeit bleibt.

Die Tierpflegerin berichtet, dass sich vermehrt Menschen einen Hund anschaffen, ohne sich der Verantwortung bewusst zu sein. Wenn es dann zu Problemen kommt, seien viele überfordert und wollten das Tier wieder abgeben. Das sei jedoch nicht Aufgabe des Tierheims: „Wir helfen gerne bei der Vermittlung oder geben Tipps, wo sich die Leute Unterstützung mit ihrem Hund holen können“, sagt Hanna Verch. Nur im Notfall können die Tiere hier untergebracht werden.

Was ebenfalls vorkomme, seien Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt, bei denen Tiere aufgenommen werden müssen, weil sie beispielsweise schlecht gehalten werden: In solchen Fällen ist das Tierheim erster Anlaufpunkt. Momentan sind zum Beispiel zehn Ratten in Uelzen, die von der Rattenhilfe Nord gerettet wurden.

Hilfe bekommen die Mitarbeiter des Tierheims von Ehrenamtlichen – und darauf sind sie auch angewiesen. Hanna Verch erklärt: „Wir brauchen dringend Verstärkung hier auf dem Gelände“. Das können Aufgaben sein, wie Gehege sauber zu machen, damit sich die Tiere wohlfühlen. Auch Dosenfutter für Hunde und Katzen kann das Tierheim gut gebrauchen. Wichtig sei hier, dass es sich um hochwertiges Futter handelt, bei dem der Fleischanteil hoch und der Zuckergehalt niedrig sei. Denn gerade die Kitten brauchen in der ersten Zeit besondere Nahrung – und am besten bald ein neues Zuhause.

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