Landwirte beantragen jetzt Dürrehilfen und kritisieren Versicherungsschutz

Nachwehen eines heißen Sommers im Kreis Uelzen

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Die Dürrehilfe ist auf maximal 500.000 Euro je Unternehmen begrenzt.

Uelzen. Der extrem warme und trockene Sommer hat zum Teil existenzbedrohende Folgen für einige Landwirte in Niedersachsen. Zum Stichtag am 30. November wurden in Niedersachsen über 4000 Anträge auf Dürrehilfe gestellt.

Die Erfassung der Anträge werde in Kürze abgeschlossen sein, teilte die Landwirtschaftskammer mit.

In Uelzen sind es elf landwirtschaftliche Betriebe, die aufgrund der Dürre finanzielle Hilfe beim Land beantragt haben. Thorsten Riggert ist Vorsitzender des Bauernverbandes Niedersachsen: „Welche Betriebe das sind, fällt unter Datenschutz, aber ich vermute, dass es Betriebe mit Tierhaltung sind“, sagt Riggert. Der Grund für seine Annahme ist, dass Betriebe mit Tieren in diesem Jahr größere Verluste haben, denn sie mussten einen größeren Teil der dürftiger ausgefallenen Ernte an ihre eigenen Tiere verfüttern und konnten somit weniger Getreide oder Rüben am Markt verkaufen.

Problematisch ist auch, aus Sicht des Bauernverbandes, dass das Wirtschaftsjahr eines Landwirtes nicht mit dem Jahresende endet. Ein Wirtschaftsjahr beginnt in der Landwirtschaft immer am ersten Juli und endet am 30. Juni. „Also kann es sogar im schlimmsten Fall sein, dass Dürrehilfe-Gelder dann im kommenden Herbst zurückgezahlt werden müssen“, erklärt Riggert.

Der Vorsitzende des Bauernverbandes ist ohnehin kein großer Fan dieser Zuschüsse. Seiner Meinung nach wäre es sinniger, wenn die Versicherungen gegen Ernteausfälle für hiesige Landwirte ansatzweise bezahlbar wären, denn die Versicherungsprämien seien in Deutschland schlichtweg zu teuer. „In vielen Ländern der EU sind Versicherungen gegen Ernteausfälle wegen Hitze durchaus verbreitet, dort bezuschusst der Staat die Prämien der Dürre-Versicherungen.“

In Ländern wie Kroatien, Griechenland oder auch Spanien kommen Hitze- und Dürreperioden häufiger vor, somit sind die Versicherungen gegen diese Naturereignisse anderswo weitaus verbreiteter als in Deutschland.

Es gibt laut Riggert auch noch eine andere Möglichkeit, die Bauern gegen schlechte Erntejahre abzusichern: „Unseren Landwirten würde auch geholfen werden, wenn sie Risikoeinlagen steuerfrei tätigen könnten.“ So könnten die Bauern Differenzen zwischen schlechten und guten Erntejahren ausgleichen.

Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte, lasse die Zahl der eingereichten Anträge keinen Schluss darauf zu, wie viele von ihnen tatsächlich bewilligt würden.

Von Robin Vogt

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