Bodenschätze: Kreistag Lüneburg beschließt einstimmig Resolution / Einsatz von Chemie „nicht hinnehmbar“

Nachbarn sprechen sich gegen Fracking aus

nre Uelzen/Lüneburg. Der Kreistag Lüneburg hat sich gestern „parteiübergreifend“ gegen das umstrittene Fracking, eine Fördermethode von Erdgas, ausgesprochen.

Wie Miriam Staudte, Kreistagsmitglied und Abgeordnete im Landtag für Bündnis 90/Die Grünen, informierte, sei vom Kreistag einstimmig eine Resolution beschlossen worden, in der das Gremium „mit Nachdruck“ das Fracking-Verfahren ablehnt. Wörtlich heißt es in dem Papier: „Der Kreistag stellt fest, dass der Einsatz von wassergefährdenden chemischen Substanzen für die Gewinnung von Erdgas nicht hinnehmbar ist. “ Dabei spiele es keine Rolle, ob die Methode in, an oder abseits von Wasserschutzgebieten zum Einsatz komme. Und weiter heißt es: „Der Landkreis Lüneburg fordert daher die niedersächsische Landesregierung auf, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) anzuweisen, das bei der Erdgasförderung umstrittene Fracking-Verfahren (. . . ) auszusetzen und entsprechende Anträge im Hinblick auf das öffentliche Interesse abzulehnen. “.

Anlass für die Resolution sind Pläne von Unternehmen, in der Heide nach Bodenschätzen, Erdgas- und Erdöl, suchen zu wollen (die AZ berichtete). Grundlage für das Genehmigungsverfahren für die Suche und Förderung von Bodenschätzen bildet nach Auskunft des LBEG das sogenannte Berggesetz. An dieses habe sich das Landesamt zu halten.

Auch die Mitglieder des Landkreises Uelzen setzen sich mit der geplanten Suche von Bodenschätzen auseinander. Gestern Abend wurde die Thematik im Kreisausschuss, der nicht-öffentlich tagt, auf Drängen von Claus-Dieter Reese, Vorsitzender der Kreistagsgruppe CDU-FDP-RRP, erörtert. Als erste Reaktion auf den Beschluss des Nachbarkreistags sagte er gestern Nachmittag, dass das Fracking nicht pauschal abgelehnt werden dürfe. Es gebe auch Fracking-Verfahren ohne den Einsatz von chemischen Substanzen. „Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber Chemikalien dürfen nichts ins Erdreich gelangen“, so Reese.

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