Corona hatte nur geringen Einfluss auf Ergebnis

Schwarze Zahlen nach zwei Dürrejahren: Nordzucker wieder im Plus

Rübenanlieferung bei der Zuckerfabrik
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Noch lässt sich nicht sagen, wie die Rübenernte 2021 ausfallen wird. Nordzuckers größtes Werk in Uelzen produziert etwa die Hälfte des Zuckers für den Einzelhandel in Deutschland. Nach zwei Dürrejahren schreibt „The Sugar Company“ wieder schwarze Zahlen. Das war am Freitag die zentrale Botschaft des Vorstandes..
  • Ulrike Meineke
    vonUlrike Meineke
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Nordzucker schreibt nach zwei Jahren wieder schwarze Zahlen. Das war am Freitag die zentrale Botschaft einer Online-Pressekonferenz. Anteil an dem positiven Ergebnis 2020/21 hat nicht zuletzt Nordzuckers größtes Werk in Uelzen, das rund die Hälfte des Zuckers für den Einzelhandel in Deutschland produziert.

Uelzen/Braunschweig - Vorstandsvositzender Dr. Lars Gorissen betonte aber auch, dass das operative Ergebnis von 81 Millionen Euro zum Großteil (55 Millionen Euro) Kostenreduzierungen und Optimierungen zu verdanken sei. Corona hatte übrigens nur einen geringen Einfluss auf das Ergebnis. „Die Zuckerbranche ist eine sichere Branche“, betonte Gorissen. Der Zuckerpreis habe sich wieder erholt, was unter anderem auf die anhaltende Trockenheit in Brasilien und steigende Bioethanol-Preise zurückzuführen sei. Dennoch gehörten Einsparungen in der Verwaltung (30 Prozent) und das Stilllegen einer Raffinerie im Rahmen von Umstrukturierungen in Schweden sowie eine Neuausrichtung der Vertriebsstrategie zur Kostenreduzierung. Aktuell beschäftigt Nordzucker 3146 Mitarbeiter in Europa und 670 in Australien („Mackay Sugar).

Aktuell hätten ein kalter April und Mai zum zögerlichen Auflaufen der Rüben geführt. Frostschäden gab es indes kaum. Auch wenn es im Mai viel geregnet hat, sei der Unterboden immer noch zu trocken, sodass die Entwicklung der Zuckerrüben von weiterem Niederschlag abhängig sein wird.

Ein großes Thema bei Nordzucker ist Nachhaltigkeit. „Go green“ lautet die Devise auch für die Zukunft. Nordzucker ist der Organisation „UN Global Compact“ beigetreten und hat sich zum Beitritt in die „Science Based Targets“ verpflichtet, „um unseren Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele zu leisten“, begründete der Vorstand. Bis 2030 wolle man die Kohlekraftwerke, die noch in Betrieb sind, abschalten, bis 2025 die CO2-Emissionen um zwölf und bis 2030 um 25 Prozent senken. Geplant ist die Umstellung aller Werke auf erneuerbare Energien. „Go green“ bedeute aber zum Beispiel auch, Insekten mit Insekten zu bekämpfen, „zum Beispiel durch Marienkäfer in Blühstreifen gegen Blattläuse“.

Einen Fokus will Nordzucker auf neue Anwendungsfelder wie Bioplastik oder Nanocellulose legen. Durch Rübenschnitzel und anderes Material könnte beispielsweise erreicht werden, dass Papier nicht mehr durchfeuchtet. Im Blick habe man auch Proteine als Fleischersatz für die Lebensmittelindustrie.

Den ersten „grünen Dampf“ werde es in Schweden geben, kündigte Nordzucker gestern an.

In ihrem Ausblick sagten Gorissen und weitere Vertreter der Nordzucker AG, dass die „Sugar Company“ im Herbst eine überdurchschnittliche Ernte erwarte. Das Marktumfeld für Rohzucker sei derzeit positiv.

Der Nordzucker-Jahresabschluss 2020/21 weist 16 Prozent Zuwachs auf 1670 Millionen Euro gegenüber 2019/20 aus, sodass nach zwei Dürrejahren ohne Dividendenauszahlung jetzt 60 Cent pro Aktie zur Diskussion stehen. Das entspricht einer Ausschüttung in Summe von 29 Millionen Euro.

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