Vater aus der Samtgemeinde Aue muss achteinhalb Jahre ins Gefängnis

Nach Stich in den Hals: Haftstrafe für 48-Jährigen aus dem Kreis Uelzen

+
Bis zuletzt behauptete der Angeklagte, sich an die Messer-Attacke nicht erinnern zu können.

Uelzen/Lüneburg – Ein 48-jähriger Familienvater aus der Samtgemeinde Aue muss wegen versuchten Mordes achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Das hat die vierte große Strafkammer des Schwurgerichts am Landgericht Lüneburg gestern entschieden.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass B. am frühen Morgen des 29. Juli vergangenen Jahres versucht hat, einen jungen Mann mit einem Messerstich in den Hals an der Uelzener Gudesstraße umzubringen (AZ berichtete) – und das aus Heimtücke.

Denn wie das Opfer und einige Zeugen ausgesagt haben, sei der Angriff auf den 22-Jährigen mit dem Messer praktisch aus dem Nichts gekommen. Das Opfer selbst, das den 48-Jährigen vorher nicht kannte, habe zuerst gedacht, es sei von dem Mann lediglich geschubst worden, ehe ihn ein Türsteher auf das ganze Blut an seinem Hals hinwies. Der Attacke vorausgegangen war eine kurze verbale Auseinandersetzung, bei der B. sein Opfer gefragt haben soll: „Was guckst du?“

Das Landgericht Lüneburg verurteilt B. auch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung: Der junge Mann überlebte mit viel Glück. Niedere Beweggründe konnte das Gericht dem Angeklagten dagegen nicht zweifelsfrei nachweisen, denn bis zum Ende des Prozesses blieb unklar, weshalb der Familienvater zustach. Sein Sohn bezeichnete ihn in seiner Aussage als „Vorbild“ und „liebevollen Vater“, zu dem er aufschaue.

Der Beschuldigte beteuerte von Beginn an, sich an nichts von besagtem Abend erinnern zu können und konnte sich laut eigener Aussage auch nicht vorstellen, die Tat begangen zu haben. Trotz mehrmaligem Nachfragen von Richter Franz Kompisch blieb B. bis zuletzt bei dieser Version der Geschichte.

VON SANDRA HACKENBERG

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare