Tatort "Szene-Treffpunkt" / Polizei verstärkt Präsenz

Nach Messerattacke am ZOB Uelzen: 27-Jähriger erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen

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Blumen und ewige Lichter erinnern an das 27-jährige Opfer der Messerattacke vom vergangenen Samstag. 

Uelzen – Die Polizei hat nach einer Messerattacke auf einen 27-Jährigen am späten Samstagabend noch einmal ihre Präsenz am Zentralen Omnibus-Bahnhof in Uelzen verstärkt.

Wobei der Bereich, wie Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Polizei-Streifendienstes, erklärt, bereits regelmäßig intensiv von Beamten in den Blick genommen werde. „Das ist ein Dauerauftrag für uns“, so Munstermann. Der untere Ausgang des Bahnhofs und der sich anschließende ZOB sind fester Treffpunkt für Menschen mit Alkohol- und Suchterkrankungen.

Munstermann spricht in Bezug auf die Messerattacke von einer herausragenden Tat in Zeiten, in denen es zuletzt am ZOB ruhiger geworden sei, was Vorfälle betreffe. Für 2017 hat die Polizei insgesamt 96 Vorfälle für den Bereich festgehalten, darunter 56 Straftaten. Für 2019 sind bisher 59 Vorfälle bekannt, darunter nur 38 Straftaten. Dabei handelt es sich teils um körperliche Auseinandersetzungen unter jenen Menschen, die den Ort für sich als Treffpunkt auserkoren haben.

Übergriffe auf Passanten oder Zugreisende seien nicht bekannt. Gleichwohl wisse man, dass der Aufenthalt der Menschen mit Suchterkrankungen teils als unangenehm empfunden werde. „Gerade Frauen wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen“, so Munstermann.

Die Tat von Sonnabend hat sich nach den Worten von Veronika Hausen, die am Bahnhofsausgang in einem Kiosk arbeitet, in der Gestalt bemerkbar gemacht, dass sie weniger Laufkundschaft aus dem Bahnhof registrierte. Ewige Lichter und Blumen erinnern an den 27-Jährigen, der laut Angaben der Polizei am Mittwoch in Folge seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus verstorben ist. Die Polizei ermittelt nun wegen Totschlages gegen den Tatverdächtigen, der noch am Tatort vorläufig festgenommen wurde und sich seit Sonntag in Haft befindet.

Sowohl das Opfer als auch der mutmaßliche Täter sind polizeibekannt. Die Staatsanwaltschaft in Lüneburg erklärt auf Nachfrage, dass aber bestehende Vorstrafen des 37-Jährigen nicht aus dem Bereich der Gewaltdelikte stammen würden. Nähere Angaben will die Staatsanwaltschaft nicht machen.

Der mutmaßliche Täter soll sich des Öfteren am ZOB aufgehalten haben.

VON NORMAN REUTER

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