Wildgatter nun wieder um eine Attraktion reicher

Nach Marderbissen: Wieder Leben in Uelzener Fasanen-Gehege

Die Fasanen-Voliere mit dem hölzernen Unterschlupf ist erneuert worden und soll nun sicherer vor Eindringlingen sein. Ende der vergangenen Woche ist sie auch wieder mit neuen Tieren besetzt worden, wie Thomas Göllner zeigt.
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Die Fasanen-Voliere mit dem hölzernen Unterschlupf ist erneuert worden und soll nun sicherer vor Eindringlingen sein. Ende der vergangenen Woche ist sie auch wieder mit neuen Tieren besetzt worden, wie Thomas Göllner zeigt.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Ein Marder hat im Sommer alle Fasanen in ihrer Voliere im Uelzener Wildgatter getötet. Weil das nicht wieder passieren soll, ist das „Gehege“ nun sicherer gestaltet worden. Und in ihm sind jetzt auch wieder Fasanen zu sehen. Im Uelzener Wildgatter wird es noch mehr Neuerungen geben.

Uelzen – Im Uelzener Wildgatter können jetzt Besucher wieder Fasanen bestaunen. Nachdem im Juni ein Marder alle Hennen und Hähne getötet hatte (AZ berichtete), ist von Mitarbeitern der Stadtforst die Voliere in Teilen erneuert worden, sodass sie nun gegen Eindringen besser geschützt sein soll. „Sie wurde jetzt wieder mit Fasanen bestückt“, berichtet Stadtförster Thomas Göllner. Auch an anderen Gehegen legten Mitarbeiter Hand an, und Göllner kündigt für dieses Jahr noch Neuerungen, was die Tierhaltung betrifft, an.

Fasanen stehen auf der Speisekarte von Mardern. In der Vergangenheiten fielen so bereits Exemplare in der Voliere bereits den „Räubern“ zum Opfer. Beließen sie es aber bisher bei ein bis zwei Tieren, tötete der ungebetenen Besuch im Juni alle zehn gehaltenen Fasanen im Wildgatter.

Der Marder vermag es, sich durch die kleinsten Öffnungen zu zwängen. Thomas Göllner verweist auf das Betonfundament, das nun rundherum für die Voliere gegossen wurde. Ein hölzerner Unterstand, in dem die Fasanen bei Regen Unterschlupf suchen, wurde zudem erneuert, ist jetzt auch mit einem Metalldach ausgestattet. „Wir haben versucht, das möglichst dicht zu bekommen“, so Göllner.

Die sonst eher scheuen Mufflons zeigen sich nun öfter mit ihrem Nachwuchs. Sieben Junge gibt es.

Das Bittere beim Übergriff des Marders im Sommer: Die gehaltenen Hähne und Hennen in der Voliere hatten zuvor eine ganze Brut durchbekommen, zu den getöteten Fasanen gehörten so auch Jungtiere von etwa einem Jahr. Nun ist ein gutes Dutzend neuer Fasanen in die Voliere eingezogen. Wie Thomas Göllner berichtet, seien die Tiere vor der Fertigstellung der Voliere übergangsweise noch im Forstbetriebshof gehalten worden, bevor sie Ende letzter Woche ihr neues Zuhause bezogen.

Das Wildgatter entstand vor gut 40 Jahre, um den Menschen Tierarten näher zu bringen. Beliebt sind das Streichelgehege mit Ziegen und die beiden Uhus. Rot- und Damwild sind zu bestaunen, ebenso wie Wildschweine. Erfreulich ist aus Sicht von Göllner die Entwicklung im Gehege der Mufflons. Sind die Tiere sonst eher scheu, zeigt sich das Muffelwild jetzt öfters – mit seinem Nachwuchs. „Vor einem halben Jahr sind sieben Junge zur Welt gekommen. Wir sind froh, dass wir noch altes genetisches Material im Wildgatter zeigen können“, sagt Göllner.

Er verweist auf die Bestände von Muffelwild, die es in der Göhrde gegeben habe, und durch den Wolf dezimiert wurden. Mufflons seien eigentlich in bergigen Gebieten zuhause, entsprechend sei ihr Fluchtinstinkt vor Feinden, dass sich sich in höhere Gebiete zurückziehen. Im flachen Land funktioniere dies nicht.

Wie Göllner schildert, sei das Gehege für die Mufflons in den letzten Monaten auch in Teilen erneuert worden. Was noch aussteht, ist der Bau einer neuen Fangeinrichtung für die Tiere. „Einmal im Jahr steht eine Wurmkur an und die Hufe sind zu pflegen“, schildert Göllner.

Im Spätherbst, voraussichtlich im November, ist zudem geplant, Mufflons auch mit im Damwildgehege unterzubringen. So entstünden Begegnungen. Der Vorteil auch: Das gewachsene Rudel beim Muffelwild könne so aufgeteilt werden. Damit werde die Gefahr verringert, dass es bei den Mufflons zu Rangkämpfen unter den Böcken komme, meint der Stadtförster.

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