Für ein sauberes Uelzen

Nach Kritik am Stadtbild: Kampf gegen Müll und Unkraut soll forciert werden

AZ-Leserin Christina Deuter hat wiederholt das Stadtbild kritisiert. Die Stadtverwaltung hat mit einer Stellungnahme reagiert und Verbesserungen versprochen.
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AZ-Leserin Christina Deuter hat wiederholt das Stadtbild kritisiert. Die Stadtverwaltung hat mit einer Stellungnahme reagiert und Verbesserungen versprochen.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Häufig hat Christina Deuter (77) Kritik am ungepflegten Stadtbild Uelzens geübt. Jetzt hat die Verwaltung reagiert. Sie verspricht, etablierte Aktionen im Kampf gegen Müll und Unkraut wiederzubeleben.

Uelzen – Mehrfach hat Christina Deuter in der Vergangenheit ihrem Unmut darüber Luft gemacht, dass es um die Sauberkeit in der Hansestadt längst nicht überall zum Besten bestellt ist: Sie hat im Rathaus angerufen, ihre Behauptungen mit Fotos untermauert. Sie hat Bürgermeister Jürgen Markwardt und André Schlothane als Leiter der Betrieblichen Dienste angeschrieben. Sie hat einen Leserbrief an die AZ geschickt und nach dessen Veröffentlichung viel Resonanz erfahren. Aber am Ende hat sie ihre Bemühungen als Kampf gegen Windmühlen empfunden, weil sich „so gut wie nichts“ verändert hat.

Die 77-Jährige, die in der Veerßer Straße wohnt, berichtet für ihr Wohnumfeld von ungehemmten Unkrautwuchs und Vermüllung. „Wahrlich kein schöner Anblick! Sie erwarten von Ihren Bürgern, dass Fuß- und Radwege vor Grundstücken gepflegt werden – und genau das erwarte ich nun endlich von der Stadt“, so Deuter in ihrer letzten Mail an die Verwaltung.

„Mitentscheidend, dass wir alle an einem Strang ziehen“

Die AZ hat die Stadt, die rund zwei Millionen Euro jährlich für Sauberkeit und Grünflächenpflege in den Haushalt einstellt und diesen Ansatz zuletzt 2018 um rund 250 000 Euro erhöht hat, um eine Stellungnahme gebeten – und diese auch bekommen. Darin benennt Stadtsprecherin Ute Krüger Gründe für den Ist-Zustand, verspricht aber auch weitere Bemühungen.

Ihr Fazit: „Für ein schönes Stadtbild ist mitentscheidend, dass wir alle an einem Strang ziehen und dass Anlieger wie Bürger mithelfen. Dabei bleibt ärgerlich, dass es durch das Verhalten Einzelner immer wieder zu Verschmutzungen kommt.“

Die Stellungnahme der Hansestadt Uelzen

Vegetationsphase: Nach der kalten Wetterperiode wachse die Natur jetzt geradezu explosionsartig. „Unsere Betrieblichen Dienste können aber nicht überall gleichzeitig sein, so dass wir um etwas Geduld bitten.“

Anwohnerpflichten: Für die Sauberkeit von Gossen, Gehwege und im „Begleitgrün“ seien laut Straßenreinigungssatzung die Eigentümer zuständig. Wenn Verunreinigungen gemeldet würden, schreibe man Eigentümer an und erinnere an deren Pflichten. Zuletzt 2018 habe man alle Haushalte per Flyer ausführlich informiert.

Städtische Aktionen: Der Müllsammeltag mit rund 1400 Teilnehmer – auch in Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises – habe 2020 und 2021 coronabedingt ausfallen müssen. Alternativ habe man „Sauberkeitswochen“ mit Vereinen und Organisationen durchgeführt, an denen sich rund 400 Bürger beteiligt hätten. „Auch in diesem Jahr wird es im Herbst die Sauberkeitswochen geben, in die wir möglichst auch die Schulen wieder einbinden möchten“, so Krüger. Der 2018 initiierte Stadtspaziergang mit dem Bürgermeister sei ebenfalls coronabedingt ausgesetzt worden. „Die Touren sollen in Kürze wieder starten, um Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, öffentliche Plätze zu zeigen, die als nicht ausreichend gepflegt empfunden werden. Dabei sind auch allgemeine Hinweise zum Erscheinungsbild gewünscht.“

Neue Projekte: Man habe im Rahmen des Stadtradelns zur „Müll-Challenge“ aufgerufen. Bei der Fahrradtour könne Müll gesammelt, Fotos eingeschickt und ein Stadtgutschein gewonnen werden. Neu in Planung seien zudem „Grünpatenschaften“. Eine an Standorten von Glas- und Altkleidercontainern beabsichtigte Videoüberwachung sei aus datenschutzrechtlichen Gründen unmöglich. Kontroll- und Reinigungsintervalle seien erhöht worden.

Engagement: Dass sich Dorfgemeinschaften, Gruppen und einzelne Bürger regelmäßig von sich aus für die Sauberkeit engagierten, nehme man sehr positiv wahr.

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