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Nach fast zwei Jahrzehnten: „Mofa 25“ gibt es nicht mehr

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Von: Norman Reuter

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Einer ihrer letzten Auftritte im Landkreis: Ralf Brockmann (v. li.), Markus Fellenberg und Ralf Ziegenbein im bekannten „Mofa 25“-Outfit beim „Picknick im Park“ 2021.
Einer ihrer letzten Auftritte im Landkreis: Ralf Brockmann (v. li.), Markus Fellenberg und Ralf Ziegenbein im bekannten „Mofa 25“-Outfit beim „Picknick im Park“ 2021. © Oliver Huchthausen 2021

Weiße Anzüge, Cowboy-Hüte und ein Tigerfell. So kennen die Uelzener „Mofa 25“ von ihren Auftritten, ob bei Sommerfesten, beim Open R oder bei vielen kleineren Events. Nach fast 20 Jahren hat sich die Kult-Band jetzt aufgelöst. Es ist ein Abschied mit Misstönen.

Uelzen/Landkreis – Auf ihrer Homepage ist ein kurzer Hinweis zu finden: „Zurzeit nehmen wir keine neuen Auftrittsanfragen mehr an. Viele Zweitaktgrüße von den drei Mofas.“ Eine Liste mit Auftritten, wie sie für andere Jahre dort zu entdecken ist, wird für 2022 auch nicht mehr geführt. Die Band „Mofa 25“ hat alle zuvor geplanten Auftritte abgesagt. Ralf Ziegenbein, Ralf Brockmann und Markus Fellenberg werden nicht mehr gemeinsam auftreten.

„Das Mofa springt nicht mehr an“, sagt Markus Fellenberg. Fast 20 Jahre gehörte die Band zu Festen und Feiern im Landkreis dazu. Als „Stimmungskapelle“, die Hits aus den Jahrzehnten in einer Rockbesetzung covert, pries sich „Mofa 25“ selbst an und übertrieb nicht. Ob bei den Uelzener Stadtfesten, als Auftaktact beim Open R oder wo sonst Musik gefragt war, brachten Fellenberg, Brockmann und Ziegenbein die Besucher zum Tanzen und Mitsingen.

2003 steht „Mofa 25“ erstmals auf der Bühne. Ralf Ziegenbein und Ralf Brockmann kennen sich zu dieser Zeit schon aus dem Bandprojekt „Owen Leeds“, bei dem vor allem eigene Stücke gespielt werden. Mit Roland Meyer als Schlagzeuger kommt es dann zu Gründung von „Mofa 25“ , wenige Jahre später steigt Meyer aus, Markus Fellenberg rückt nach.

Markenzeichen werden ihre Outfits und das Bühnenbild. Sie singen und spielen als die „Heiligen Drei Könige“, als Seemänner, aber immer wieder auch in weißen Anzügen mit Cowboy-Hüten auf den Köpfen. Auf der Bühne sind Stehlampen und ein Tigerfell zu entdecken. Das habe man mal günstig erwerben können, und die Investition habe sich gelohnt – „immerhin hielt es die fast 20 Jahre“, sagt Ralf Brockmann.

Die Drei wollen sich damit abheben von anderen Coverbands. „Es sollte unser eigener Touch sein“, so Ralf Ziegenbein. So auch der Name „Mofa 25“, der nicht unbedingt auf eine Band schließen lässt. „Er lässt sich leicht merken“, erklärt Ralf Brockmann die Beweggründe.

Der Band zu eigen ist auch, dass ihre Bandmitglieder immer einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. „Trinken ist wichtig“ ist so einer. Im Gespräch mit der AZ sind die drei deutlich ernster, wenn es um das Ende der Band geht. Mancher äußert sich mehr, der andere weniger ausführlich.

Die Musiker blicken auf zwei Jahre Pandemie. In Vor-Corona-Zeiten stehen sie 60 bis 80 Mal pro Jahr auf der Bühne, mit den Auftritten ernähren sie auch ihre Familien. Festivals und Feste brechen mit den Lockdowns weg. „Ich habe mich in der Pandemie arbeitslos melden müssen“, berichtet Ralf Ziegenbein. Ralf Brockmann, der zwei Mal die Woche Lebensmittel fuhr, baut das in Corona-Zeiten auf fünf Tage aus, um über die Runden zu kommen. Markus Fellenberg produziert in den 90er Jahren Musik, besitzt bis heute Lizenzen. Er gibt auch noch Musikunterricht. Das hilft in der Pandemie, die noch nicht zu Ende ist. Was, wenn im Herbst und Winter wieder Auftritte abgesagt werden?

Es ist aber nicht nur die Unsicherheit in der Pandemie: „Bei mir waren nach fast 20 Jahren eine Menge Abnutzungserscheinungen zu spüren“, sagt Ralf Brockmann. Manchmal seien es dann schon Kleinigkeiten beim Anderen gewesen, über die er nicht habe hinwegsehen können. Mit jenseits der 50 seien auch die Auftritte, die Auf- und Abbauten, die teils langen Fahrten zum Veranstaltungsort zur zunehmenden Belastung geworden. „Mit dem Alter wurde es immer anstrengender“, sagt Ziegenbein. Drei Shows am Wochenende, dann „war ich erst mal platt für die nächsten Tage.“

Das ist nicht alles, da ist noch mehr, über das die drei Musiker aber nicht reden wollen, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Das hat jedenfalls das Verhältnis zueinander erheblich getrübt – auch als „The Housemeisters“ oder als „Sitting Bull“, zwei Projekte in gleicher Besetzung, wird es sie nicht mehr geben.

Eine gegründete GbR zu „Mofa 25“ ist noch abzuwickeln. Ralf Ziegenbein sagt: „Ich werde erst mal wieder Solo losgehen.“ Ralf Brockmann hat bereits am Sonnabend mit anderen Musikern geprobt. Markus Fellenberg meint, es bleibe abzuwarten, wo die Reise hingehe. Musik bleibt für alle drei wichtig.

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