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Nach Eskalation in Uelzener Kneipenszene: Polizei wertet Video-Clips aus

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Von: Norman Reuter

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Seit 2020 tragen Uelzener Polizisten Bodycams an der Uniform.
Seit 2020 tragen Uelzener Polizisten Bodycams an der Uniform. © DPA

Nachdem am Wochenende Kneipengänger am Schnellenmarkt Polizisten bepöbelt, bespuckt und mit Gläsern beworfen haben, als diese einen 22-Jährigen in Gewahrsam nahmen, werden nun Videoaufnahmen ausgewertet.

Uelzen – Wie Polizeisprecher Kai Richter ausführt, sollen mit dem Sichten der Aufnahmen Personen identifiziert werden, die gegen Polizisten vorgingen. Zudem werde der Ablauf auch noch einmal nachvollzogen.

Uelzener Streifenpolizisten führen seit dem Frühjahr 2020 sogenannte Bodycams mit sich. Sie können bei Einsätzen in brenzligen Situationen eingeschaltet werden.

Noch am Wochenende sind nach Auskunft Richters von Polizisten ein halbes Dutzend Anzeigen gegen unbekannt gestellt worden; Einsatzkräfte waren bei den Vorfällen am Schnellenmarkt auch leicht verletzt worden. Aber nicht so sehr, dass sie nicht arbeiten könnten. „Keiner der Kollegen ist krankgeschrieben“, sagt Kai Richter.

Ausgangspunkt für die Vorfälle war das Verhalten eines 22-Jährigen afghanischer Herkunft, der in Uelzen als Intensivtäter bekannt ist. Gegen ihn laufen Verfahren wegen einer ganzen Reihe von Körperverletzungen. Unter dem Einfluss von Alkohol und/oder Drogen zettelte er in den zurückliegenden Monaten in Kneipen Streit an, zeigte sich aggressiv.

Aus diesem Grund darf er sich an den Wochenenden nicht mehr in der Uelzener Kneipenszene aufhalten. Bei Zuwiderhandlung hat er laut Richter 250 Euro zu bezahlen. Am Wochenende seien vier Verstöße des 22-Jährigen gegen das Betretungsverbot festgehalten worden.

In diesem Zusammenhang kam es der Nacht zu Sonnabend gegen 3.20 Uhr auch zu einem Polizei-Einsatz am Schnellenmarkt, bei dem der 22-Jährige einem Platzverweis nicht nachkam, sich in der Folge aggressiv gegenüber den Beamten verhielt, und letztlich zu Boden gebracht wurde, um in Gewahrsam genommen zu werden. Kneipengänger haben sich daraufhin gegen die Polizisten gewandt. Zu den Vorfällen, insbesondere zu den Solidarisierungseffekten, erklärt die Polizei: „Wir verurteilen jedwede Gewalt gegen unsere Polizistinnen und Polizisten und alle anderen Einsatzkräfte aufs Schärfste. Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf den Staat und die gesamte Gesellschaft.“ Parallel solle ein jeder sein eigenes Verhalten auch im alkoholisierten Zustand hinterfragen und sich nicht „blindlings“ unbeteiligt gegen polizeiliches Einschreiten solidarisieren.

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