Geld gibt’s nur mit Wolfszaun

Nach einem Jahr Wolfsrichtlinie gelten ab Donnerstag bei Rissen schärfere Regeln

Uelzen/Landkreis. Dieses Jubiläum wird nicht groß gefeiert. Seit einem Jahr ist die niedersächsische Wolfsrichtlinie in Kraft.

Das Wort klingt nach staubtrockenem Verwaltungshandeln, steht aber für den Versuch des Niedersächsischen Umweltministeriums, die Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfes bei den Tierhaltern zu erhöhen. Dazu dienen die Regeln zu Entschädigungen bei Wolfsrissen sowie Fördergelder für sichere Zäune und Herdenschutzhunde. Nach Ablauf des ersten Jahres, genau gesagt ab Donnerstag, gelten allerdings neue Regeln. Das bestätigt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf AZ-Anfrage.

Ab Donnerstag gilt im Wolfsgebiet: Eine Entschädigung, vom Land „Billigkeitsleistung“ genannt, gibt es für vom Wolf gerissene Schafe, Ziegen und Damwild nur noch dann, wenn diese wolfsabweisend eingezäunt waren. Als ausreichender Grundschutz gilt ein Knotengeflecht-Elektrozaun von 90 Zentimetern Höhe. Wer diesen Schutz nicht rechtzeitig installiert hat, geht im Fall einer Wolfsattacke leer aus. Ausnahmen gibt es dort, wo dieser Grundschutz aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, etwa am Deich.

Die Förderung für Herdenschutzmaßnahmen laufen weiter. Gefördert werden 80 Prozent der Sachkosten, nicht aber der Arbeitsaufwand. Weiterhin leer gehen Hobbyhalter aus, wie Joachim Rehse aus Klein Bünstorf, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes, bemängelt.

„Auch Hobbytierhalter, die andere Tierarten, beispielsweise Hühner oder Ziervögel, halten, müssen ihre Tiere auf eigene Kosten zum Beispiel vor Füchsen oder Mardern schützen“, betont die Sprecherin des NLWKN, Herma Heyken. Private Tierhalter, die allein nicht berufsgenossenschaftspflichtig sind, könnten sich aber zu einer GbR oder Schafhaltergemeinschaft zusammenschließen, um gemeinsam eine Förderung für Präventionsmaßnahmen zu beantragen, rät die Sprecherin.

Joachim Rehse zieht eine gemischte Bilanz zur Wolfsrichtlinie. So warten geschädigte Tierhalter nach seinen Worten ein halbes Jahr auf Entschädigung.

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Rubriklistenbild: © dpa

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