Das Sportzentrum schon vor Augen

Nach Bewilligung von Millionen-Zuschüssen: Freude in Uelzen und Ebstorf

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Wilfried Teichmann ist erleichtert: Seit zwölf Jahren kämpft er für die Leichtathletikbahn, die am Ilmenauufer auf einem Rasensportplatz entstehen soll. Mit der Förderung ist das Ziel zum Greifen nahe.

Uelzen/Ebstorf/Suderburg – Als Wilfried Teichmann gestern am Ilmenauufer in Uelzen auf den Rasenplatz tritt, hat er die Leichtathletikanlage schon vor Augen.

Er deutet mit den Fingern auf Flächen, sagt: „Hier entsteht die Rundbahn, dort soll die Tribüne errichtet werden“. Seit gut zwölf Jahren kämpft der Leichtathletik-Trainer und Kommunalpolitiker für den Bau einer Leichtathletikanlage in der Kreisstadt, die auch für größere Wettkämpfe genutzt werden kann. Seinem Ziel ist er nun näher denn je – der Bund hat, wie jetzt berichtet, entschieden: Für die Anlage werden Fördergelder aus Berlin nach Uelzen fließen.

1.300 Anträge für Förderprogramm

Stadt und Landkreis hatten sich gemeinsam um eine Förderung aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ bemüht. Man hoffte nicht nur auf einen Zuschuss für die Leichtathletikanlage. Eine der beiden Turnhallen des Lessing-Gymnasiums am Illmenauufer muss auch ersetzt werden, zudem unterhält die Stadt noch die frühere Sportschule dort. Nach einer Grundsanierung kann sie als Schulungszentrum für den Sport dienen, der Kreissportbund hat dort bereits seinen Sitz. Sieben Millionen Euro, so wurde berechnet, werden für das große Sportzentrum am Ilmenauufer benötigt – 3,15 Millionen Euro schießt nun der Bund zu. Es ist die Höchstfördersumme.

„Das ist ein riesengroßer Schritt für den Sport in der Region.“ Leichtathletik-Trainer Wilfried Teichmann

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Freude auch im Klosterflecken

Teichmann gibt zu, dass er zwischenzeitlich „arge Bedenken“ hatte, ob tatsächlich Uelzen einen Zuschlag erhalten würde. Bundesweit wurden für das Förderprogramm 1.300 Anträge eingereicht. Der Bund hatte zwar den Fördertopf noch von 100 Millionen auf 300 Millionen aufgestockt, wie die SPD-Bundestagstagsabgeordnete Kirsten Lühmann berichtet. Eine Auswahl musste trotzdem am Ende getroffen werden – entsprechend groß die Erleichterung von Teichmann jetzt: „Das ist ein riesengroßer Schritt für den Sport in der Region“. Eine gute Leichtathletikanlage, eine moderne Halle und das Schulungszentrum würden letztlich dafür sorgen, dass es künftig noch mehr Leistungsträger im Sport geben werde.

Das „Waldemar“ kann nun saniert werden.

Freude auch in Ebstorf: Der Klosterflecken profitiert ebenfalls vom Bundesprogramm. Das Hallen- und Freibad „Waldemar“ in Ebstorf, erbaut 1950, ist in die Jahre gekommen. Das Außenbecken muss saniert werden, die Energiekosten belasten den Haushalt der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Ausgearbeitete Pläne lagen, wie Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking schildert, bereits seit gut zwei Jahren fertig in der Schublade. Allerdings fehlte bislang der Kommune das Geld für die Sanierung – jetzt bekommt sie zwei Millionen Euro für das Projekt. Es sei der richtige Weg gewesen, es mit dem Förderantrag zu versuchen, sagt Senking. „Es hat sich für uns alle gelohnt.“ In einer Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten Henning Otte heißt es, er wie auch der CDU-Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeistes, Andreas Czerwinski, hätten sich für die Förderung stark gemacht.

Suderburg hat das Nachsehen

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das trifft auch in diesem Fall zu. Ein dritter Antrag aus dem Kreis Uelzen hatte keinen Erfolg, Suderburg hatte das Nachsehen. Auf 1,35 Millionen Euro für die Sanierung des Sportzentrums in Suderburg, das von Schulen, der Hochschule und Vereinen genutzt wird, hatte die Samtgemeinde gehofft – und ging leer aus. „Die Förderung wäre der große Wurf gewesen“, so Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz. Die Kommune will nun versuchen, Gelder aus dem Kommunalen Investitionsprogramm II zu bekommen, um damit zumindest einen Teil der nötigen Arbeiten angehen zu können. Auch ein Landesprogramm für Sportstätten könne vielleicht helfen.

VON NORMAN REUTER

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