Nabu befürwortet Abwehrmaßnahmen, wenn Isegrim die Scheu fehlt

Gummikugeln gegen Wölfe

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Uelzen/Landkreis. Gummigeschosse oder Paintballkugeln gegen Wölfe? Der Nabu (Naturschutzbund) Niedersachsen hält solche Maßnahmen inzwischen nicht mehr für unwahrscheinlich.

Mehr noch: Neben einem fundierten Wolfsmanagement fordert Niedersachsens Nabu-Vorsitzender Dr. Holger Buschmann vor allem im Fall von verhaltensauffälligen Wölfen, die beispielsweise kaum Scheu vor dem Menschen zeigen, konkrete Maßnahmen. „Im Fall dieser Wölfe müssen zum einen die Ursachen für deren Verhalten geklärt werden“, sagt er. „Außerdem sollten umgehend Vergrämungsmaßnahmen angewendet werden, indem dem betreffenden Tier durch negative körperliche Reize klar gemacht wird, dass die Nähe zu Menschen kein erstrebenswerter Aufenthaltsort ist.“

Zuletzt hatten fünf Wölfe bei Brambostel im Landkreis Uelzen, wie berichtet, Menschen in Sorge versetzt, nachdem sie sich dem Landwirt Helge Johannes auf dessen Trecker genähert und ihn eingekreist hatten. Johannes hatte seine Begegnung mit den Isegrimen gefilmt.

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Auch im Nachbarlandkreis Gifhorn sind die Menschen beunruhigt: Bei Betzhorn fand Schäfer Christian Paulus dieser Tage fünf gerissene Schafe. Der Rest der Herde war verschwunden und musste eingefangen werden; von einem Ziegenbock fehlt noch immer jede Spur. Schon einige Tage zuvor war in derselben Herde ein Tier gerissen worden. Das Ergebnis einer DNA-Analyse, ob es sich bei dem Missetäter um einen Wolf handelte, steht allerdings noch aus. Das niedersächsische Umweltministerium bestätigt indes gestern der AZ, dass sich am vergangenen Sonnabend ein Jäger im Landkreis Lüneburg von einem Wolf bedroht gefühlt habe. Der Mann sei dann bei Boitze nahe Dahlenburg von seinem Hochsitz gestiegen und habe einen Warnschuss abgegeben; der Wolf trollte sich daraufhin.

Wolfsrudel im Kreis Uelzen gefilmt

Um das Verhalten wenig scheuer Wölfe analysieren und entsprechend handeln zu können, fordert der Nabu in Niedersachsen einmal mehr ein stabiles Wolfsmanagement. Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden, geht noch einen Schritt weiter: Sollten sich Meldungen von Wölfen häufen, die ihre Scheu vor Menschen verlieren und gar durch Wohnsiedlungen streifen, müsse es auch erlaubt sein, die Bejagung zu diskutieren, forderte er jüngst. – Und in dieser Forderung erhält er Zuspruch von einigen AZ-Lesern.

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