Bei den Müttern ansetzen

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Auch Frauen mit Migrationshintergrund sollen in dem Projekt ermutigt werden, Kontakt zu Lehrern aufzunehmen und sich aktiv am Schulleben ihrer Kinder zu beteiligen.

Uelzen - Von Diane Baatani. Aus einer Übung in Hannover ist ein Projekt für Uelzen entstanden: Es nennt sich „Ich bin dabei“.

Polizeihauptkommissarin Silke Munstermann hat jüngst in der Landeshauptstadt die Fortbildung für Kriminalprävention „Beccaria“, die sich über zehn Monate erstreckte, mit einem Zertifikat abgeschlossen. Seitdem nennt sie sich Fachkraft für Kriminalprävention. An dem Seminar kann jeder teilnehmen, der mit dem Fachbereich zu tun hat. Mitglieder aus Stadt und Jugendhilfe, von Schulen, Vereinen und Landeskriminalämtern waren darunter. In diesem Kreis von Seminarteilnehmern lernt man, Kriterien zur Planung, Durchführung und Bewertung von kriminalpräventiven Projekten zu entwickeln.

Als Beispiel für die theoretische Übung wählte Silke Munstermann das Thema „interkulturelle Kompetenz für Frauen“. Es war so erarbeitet, dass Mütter in einem Raum in der Schule ihrer Kinder die deutsche Sprache lernen und das Schulleben kennenlernen können, „um ihnen die Angst zu nehmen“, erklärt Munstermann. Denn viele zugewanderte Mütter würden sich nicht kompetent genug fühlen, Gespräche mit den Lehrern ihrer Kinder zu führen. Diese Hemmungen sollen ihnen genommen werden.

In Uelzen stellte sich heraus, dass das Projekt sich in dieser Form nicht verwirklichen lässt. Leicht abgewandelt ist es Ende Oktober angelaufen.

Eine Gruppe von Frauen mit Migrationshintergrund sucht mit Kursus-Leiterin Aida Hilmer Uelzener Schulen auf, in denen sie ermutigt werden, Kontakt zu Lehrkräften aufzunehmen und sich aktiv am Schulleben der Kinder zu beteiligen. Derzeit wird der Projektablauf erneut an die Uelzener Verhältnisse angepasst, auch Kindergärten sollen mit einbezogen werden. Silke Munstermann liegt daran, dass sich das Projekt herumspricht und immer mehr Frauen dazukommen. Dabei steckt sie sich kleine Ziele. „Man muss das Projekt Stück für Stück unterteilen und beurteilen“, erklärt sie. Auf anderthalb Jahre sei es zunächst ausgelegt. Dazu gehören in einem weiteren Projektabschnitt auch Fortbildungen für Lehrer.

Neben der Polizei Uelzen feilt eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Jugendmigrationsdienst des Christlichen Jugenddorfes Göddenstedt, der Grundschule der Lucas-Backmeister-Schule und dem Präventionsrat daran. Die Sparkasse Uelzen unterstützt dieses Projekt ebenfalls. Wer an dem Treffen der Mütter teilnehmen möchte, erhält weitere Informationen bei Sylvia Helms vom Jugendmigrationsdienst unter (0581) 9077681.

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