Es fehlen Zahlen zu schulpflichtigen Flüchtlingskindern / Das schafft Probleme

Was müssen Schulen leisten?

Uelzen/Landkreis. Welche Angebote müssen für schulpflichtige Flüchtlingskinder geschaffen werden? Diese Frage beschäftigt derzeit die Landeschulbehörde, die Schulen und die Kommunen im Landkreis.

Das Problem: Alle Drei agieren im luftleeren Raum, belastbare Zahlen zu Flüchtlingskindern in den Kommunen gibt es nicht.

Eine anschauliche Szene aus Uelzens Schulausschuss am Dienstagabend: Der Erste Stadtrat Dr. Florian Ebeling berichtet, dass nach Auskunft der Meldebehörden derzeit von drei bis sieben Flüchtlingskindern im Grundschulalter im Stadtgebiet auszugehen sei. Zu seiner Überraschung hört er von Grundschulleiterinnen, dass allein an zwei der insgesamt acht Grundschulen in Uelzens Stadtgebiet bereits mehr als 20 Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Maria Lembeck, Leiterin der Grundschule Westerweyhe: „Wir nehmen die Kinder auf, wenn die Eltern sie bei uns an der Schule anmelden.“

Es hakt bei den Meldungen zum Wohnsitz der Flüchtlinge. Flüchtlinge sind teilweise nicht gemeldet oder ihr Aufenthalt ist der Ausländerbehörde nicht bekannt. Der übliche Weg ist, dass die Ausländerbehörde des Landkreises die Zahlen der angekommenen Flüchtlinge weiter an die Einwohnermeldeämter gibt, die dann die schulpflichtigen Kinder den Schulen melden. Mit Stand vom 20. September müssten demnach 147 Flüchtlingskinder im Kreis beschult werden.

Ob diese Zahl realistisch ist, soll kommende Woche geklärt werden. Es ist ein Treffen mit Ausländerbehörde, Mitarbeitern von Meldeämtern und Schulvertretern geplant, kündigt Ebeling an. Sie wollen sich an einen Tisch setzen, um Klarheit zu schaffen. Diese ist Voraussetzung für eine ausreichende Hilfe für Flüchtlingskinder.

Derzeit erfolgt diese an Schulen in Gestalt von Sprachlernklassen, wie Petra von Grabe von der Landeschulbehörde erklärt. In diesen Klassen werden den Schülern erste Deutschkenntnisse vermittelt. Nach einer anschließenden Aufnahme in die jeweilige Jahrgangsstufe würden Schüler dann täglich zwei Stunden speziell in Deutsch unterrichtet. Für all das bedarf es Personal – nur wie viel?

Auch für die Kommunen sei es wichtig zu wissen, wie viele Flüchtlingskinder an den Schulen unterrichtet werden, sagt der Ordnungsamtsleiter der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, Lothar Jessel. Denn: Die Schulen hätten sächliche Leistungen wie Schulmaterial und Lehrbücher anzuschaffen. Nicht zuletzt seien genügend Räume vorzuhalten.

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © dpa

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