Müllgebühr: Anstieg bis zu 31 Prozent

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Ab heute müssen die Haushalte im Landkreis Uelzen für die Abfallentsorgung deutlich mehr bezahlen.

Uelzen/Landkreis. Ab heute müssen die Haushalte im Landkreis Uelzen für die Abfallentsorgung deutlich mehr bezahlen. Je nach Behältergröße kostet die Abfuhr der Restmülltonnen ab sofort bis zu 31 Prozent mehr. Der Kreistag hat die neuen Gebühren, die bis Ende 2013 unverändert bleiben sollen, mit großer Mehrheit beschlossen. Nur die Bündnisgrünen Annette Niemann und Martin Feller stimmten dagegen.

„Nachdem die Gebühren sechs Jahre lang stabil gehalten werden konnten, ist diese Erhöhung unumgänglich“, erklärt Kreisdezernent Frank Peters. Bereits seit 2005 seien dem Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) durch Umschlag, Abtransport und Behandlung von Abfall in externen Anlagen Mehrkosten von rund drei Millionen Euro pro Jahr entstanden. Bei der letzten Gebührenerhöhung vor sechs Jahren habe der AWB aber nur die Hälfte dieser Kosten auf die Haushalte umgelegt.

Neu ist die Einführung der 40-Liter-Restmülltonne. „Sie kann von Haushalten, auf deren Grundstück nur ein oder zwei Personen wohnen, bestellt werden. Die Abfuhr erfolgt alle zwei Wochen“, erläutert AWB-Leiterin Renate König. Wohnt nur eine Person auf dem Grundstück, könne der Rhythmus auf vier Wochen verlängert werden.

Die neue 40-Liter-Tonne muss schriftlich beim AWB bestellt werden. Dazu kann auf www.uelzen.de ein Formular heruntergeladen werden, das auch im Kreishaus und in den Rathäuserndes Landkreises ausliegt. Auch an den Müllfahrzeugen sind die Formulare erhältlich. Renate König rechnet damit, dass etwa 3700 dieser kleinen Tonnen bestellen werden. Diese Anzahl wird bestellt, die ersten 900 sind schon da. Die Ausgabe erfolgt nach der Reihenfolge der Bestellung.

Ebenfalls neu ist die einheitliche Grundgebühr, die für alle Tonnengrößen 60 Euro pro Jahr beträgt. Hinzu kommt die Abfuhrgebühr, die nach Abfallvolumen gestaffelt ist. Für die 40-Liter-Tonne bei zweiwöchiger Leerung sind 103,20 Euro im Jahr fällig, bei vierwöchiger Abfuhr 81,60 Euro. Für die 80-Liter-Tonne steigt die Gebühr von bisher 112,80 auf 147,60 Euro, für die 120-Liter-Tonne müssen die Haushalte nun 190,80 statt 157,80 Euro zahlen. Die 240-Liter-Tonne kostet 322,80 statt 312 Euro im Jahr – bei jeweils 14-tägiger Abfuhr. Dagegen sinken ab heute die Anlieferungsgebühren für bestimmte Abfall-arten beim Entsorgungszentrum Borg. So sind pro Tonne Garten- und Parkabfälle nur noch 36 statt 48 Euro fällig.

Kritik an der neuen Satzung übte Kreistagsmitglied Martin Feller, der die Kalkulation grundsätzlich falsch findet. Lieber müsse derjenige belohnt werden, der Abfall vermeide. „Wir brauchen dringend ein Umdenken“, forderte er. Die Abfuhr geringer Müllmengen solle daher günstiger sein als die größerer Volumen.

Claus-Dieter Reese (CDU) gab jedoch zu bedenken, dass man die Grundkosten beachten müsse, die in jedem Fall anfielen und auf alle Haushalte verteilt werden müssten. Eine absolute Gerechtigkeit könne es nicht geben, denn „unterm Strich brauchen wir immer das selbe Geld“, betonte er.

Von Bernd Schossadowski und Ines Bräutigam

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