Christian Godenrath und Dennis Kublik bei privatem Hilfseinsatz gegen die Flut

Molzener füllen Sandsäcke

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Christian Godenrath und Dennis Kublik (rechts) aus Molzen helfen beim Befüllen von Sandsäcken in Amt Neuhaus.

Uelzen-Molzen. Der Kampf gegen das Hochwasser hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst – auch im Landkreis Uelzen. Nicht nur Mitarbeiter aus Einrichtungen wie etwa dem Technischen Hilfswerk sind in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg im Einsatz.

Auch viele Privatpersonen aus dem Kreis Uelzen helfen beim Füllen von Sandsäcken. Zwei von ihnen sind Dennis Kublik und Christian Godenrath aus Molzen, die schon zweimal nach Preten in Amt Neuhaus gefahren sind, um zu helfen. Gestern brachen sie zum dritten Mal dorthin auf und richteten sich darauf ein, bis Sonntag dort zu bleiben.

„Wir haben einen Grill eingepackt und 200 Bratwürstchen besorgt und sind hingefahren“, berichtet Kublik vom ersten Einsatz. Bei Facebook unter „Hochwasser Niedersachsen“ hatten sie zuvor gesehen, dass in dem Ortsteil Verpflegung fehlte. Dort ist eine Station zum Befüllen von Sandsäcken aufgebaut, die Richtung Deich transportiert werden. Dass „extra jemand aus Uelzen kommt“, um Essen zu bringen, hat Anwohner und Bürgermeister vor Ort gefreut, schildern sie. Der Ärger über die mangelnde Versorgung, gemischt mit dem Frust über „blutige Hände“ und die einseitige Belastung, war Anwohnern anzumerken, doch dann wurde die Organisation verbessert: „Beim zweiten Besuch war die Stimmung locker und humorvoll – trotzdem den Ernst der Lage nicht vergessend“, sagt Godenrath.

„Auch kleine Kinder mit kleinen Buddelschaufeln helfen mit.“ Beeindruckt waren sie von einer Frau, die im Rollstuhl saß und half, indem sie für die anderen Kabelbinder zusammendrehte. „Jeder hat dort seine Aufgabe. Eine junge Frau war so traurig und deprimiert, weil sie nicht richtig mithelfen kann“, erzählt der 36-Jährige. „Da habe ich ihr gesagt: du hast doch schon Kuchen gebracht, darüber freut sich jeder.“ Godenrath ist von seinem Arbeitgeber für den Rest der Woche freigestellt worden. „Ich denke, es wird sich noch mindestens zwei Wochen hinziehen“, sagt sein Nachbar Kublik, denn nach der Flut stehen voraussichtlich Aufräumarbeiten an. „Wer helfen will, sollte sich vorher erkundigen, wo Hilfe gebraucht wird“, rät er.

Die Feuerwehren aus dem Kreis Uelzen haben im Amt Neuhaus ihren Einsatz gestern beendet. Ob die Kräfte in den nächsten Tagen noch einmal ins Hochwassergebiet fahren werden, ist noch offen, berichtet André Pieper von der Kreisfeuerwehr. Seite 2/8/Politik

Von Diane Baatani

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