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Mohamed El-Zein tritt vor der Wahl gegen Grünen-Kandidatin an

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Von: Theresa Brand

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Mohamed El-Zein mit Julia Willie Hamburg
Mohamed El-Zein tritt bei „Jugend debattiert gegen Spitzenkandidierende“ im Landtag gegen Julia Willie Hamburg von den Grünen an.  © Theresa Brand

Schon seit der achten Klasse nimmt Mohamed El-Zein an „Jugend debattiert“ teil. Nachdem er es dieses Jahr bis ins Bundesfinale geschafft hat, durfte er vor der Landtagswahl mit der Kandidatin Julia Willie Hamburg von den Grünen debattieren.

Uelzen – Er spricht Französisch, das knapp unter dem Niveau eines Muttersprachlers liegt. Er schafft es im vergangenen Jahr beim französischen Literaturwettbewerb „Prix des lycéens allemands“ ins Bundesfinale. Er tritt seit der achten Klasse bei „Jugend debattiert“ an, hat es auch dort auf Bundesebene geschafft – und vor der Landtagswahl liefert sich Mohamed El-Zein nun ein Wortgefecht in Berlin mit der Landtagskandidatin der Grünen, Julia Willie Hamburg.

Der 18-Jährige, der mittlerweile die 13. Jahrgangsstufe am Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) besucht, ist mit Recht stolz auf seine Leistungen. „Das HEG hat mich unfassbar gut unterstützt, sowohl bei meinen Fähigkeiten in Französisch als auch bei Jugend debattiert“, sagt der Schüler rückblickend.

Debattieren auf Bundesebene

Die Veranstaltung „Jugend debattiert gegen Kandidierende“ im Landtag ist für El-Zein ein krönender Abschluss seiner Teilnahme bei Jugend debattiert: „Die letzte Saison war ein Highlight“, sagt er begeistert. Dafür ausgewählt wurde er nach dem Bundesfinale bei „Jugend debattiert“ im Juni, bei dem er den fünften Platz belegt hat. Allein das ist eine herausragende Leistung, auf die der Schüler stolz zurückblickt: „Als ich das Ergebnis erfahren habe, war ich außer mir vor Freude.“

Wie auch bei den vorherigen Veranstaltungen unterstützt ihn sein Lehrer Jan Gerlach, der ihn damals überhaupt erst für das Debattieren begeistert hat. Begonnen hat er in der achten Klasse. Von da an ist El-Zein jedes Jahr dabei. „Das Debattieren hat meine Persönlichkeit geformt“, erklärt der 18-Jährige. „Es hat mir in puncto Selbstbewusstsein geholfen.“

„Eine Debatte auf Augenhöhe“

Und das braucht es auch, um im Landtag vor über 400 Leuten im Publikum gegen die Kandidierende der Grünen anzutreten. Noch dazu wird das Ganze in einem Livestream übertragen. Für die Vorbereitung haben die Teilnehmer etwa zwei Wochen Zeit, sich in das Thema einzuarbeiten. Mit Julia Willie Hamburg debattiert El-Zein über das Thema „Sollen im Landesklimagesetz verbindliche Ziele verankert werden?“ Und das mit Erfolg.

Einen Sieger gibt es bei der Veranstaltung nicht, doch im Anschluss kann der Schüler noch ein paar Worte mit Hamburg wechseln. „Sie war sehr positiv angetan“, erzählt El-Zein. „Sie hat gesagt: ,Er hat mich auseinandergenommen’“. Ein starkes Kompliment. Und auch der 18-Jährige blickt zufrieden auf den Tag zurück: „Es war eine Debatte auf Augenhöhe.“ Er findet gut, dass Politiker sich von der Leistung Jugendlicher begeistern lassen.

Ab diesem Jahr wird El-Zein selbst in der Jury von „Jugend debattiert“ sitzen. Außerdem leitet er eine Debattier-AG am HEG, um andere Jugendliche für die Art zu diskutieren zu begeistern. „Debattieren braucht man im Leben. Ich würde jedem empfehlen, es auszuprobieren“, sagt er.

Französisch als große Leidenschaft

Neben seinem Debattier-Erfolg hat der Schüler in diesem Jahr ein weiteres Ziel für sich erreichen können. Mit seiner Lehrerin Ann-Christin Rudolf hat er sich auf die sogenannte DALF C1-Prüfung in Französisch vorbereitet – und mit Bravour bestanden. Danach kommt nur noch das höchste Niveau, das dem eines Muttersprachlers entspricht. Für die Vorbereitung auf die verschiedenen Teile der Prüfung hat er zum Beispiel französisches Radio gehört und versucht, im Alltag möglichst viel Französisch zu sprechen – im Zweifelsfall auch im Selbstgespräch.

Mit dem Diplom möchte er nun nach seinem Abitur eventuell einen Teil seines Studiums in Frankreich absolvieren. Er betont jedoch: „Ich habe das Diplom nicht für die Uni gemacht, sondern wegen meiner Leidenschaft für Französisch. Dass ich das für die Uni brauche, habe ich erst später erfahren.“ Als Studiengang interessiert er sich für den Bachelor Internationale Beziehungen. Im Master möchte er dann internationale Bildungspolitik studieren, um anderen zu zeigen, wie wichtig gute Bildung ist.

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