Vor Entscheidung über neue Verordnung: Uelzener Verein erneut in Sorge wegen Höhen-Limit

Modellpiloten fürchten Tiefflug-Pflicht

+
Daniel Zander lässt sein Modellflugzeug regelmäßig in Lehmke aufsteigen. Zusammen mit seinen Vereinskollegen der Modellbau-Gruppe Uelzen hofft er, dass die geforderte Beschränkung der Aufstiegshöhe auf 100 Meter nicht kommen wird.

Uelzen/Landkreis. Eigentlich wähnten sich die Modellflieger mit ihrem Hobby seit Herbst vergangenen Jahres in „sicherem Luftraum“. Dann gerieten sie ins Sperrfeuer der Bundeswehr.

In den kommenden Tagen und Wochen entscheidet sich in Berlin, ob auch die Piloten von Kleinflugzeugen über dem Modell-Flugplatz in Lehmke weiterhin bis 300 Meter aufsteigen können.

Der Hintergrund: Die geplante Neufassung der „Verordnung zur Regelung des Betriebs“ von unbemannten Fluggeräten sah zunächst eine Höhenbeschränkung von 100 Metern vor. Das richtete sich eigentlich nicht gegen die organisierten Modellflugzeug-Piloten. Vielmehr soll mit einer veränderten Luftverkehrsordnung der Flug der so genannten Drohnen in geordnete Bahnen gesteuert werden.

Nur: „Neben Drohnen fallen auch die Modellflugzeuge unter die Verordnung“, sagt Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete für Uelzen und verkehrspolitische Sprecherin im Bundestag. Sie hatte sich in die Problematik eingeschaltet, die auch in ihr „Ressort“ fällt. „Bereits im August 2016 habe ich mich mit Modellfliegenden aus Celle und Uelzen getroffen, um über ihre Interessen mit Blick auf die Neuregelungen zu sprechen. Wir waren und sind uns in einig, dass der Modellflug bisher zu keinen nennenswerten Gefährdungen der öffentlichen Ordnung geführt hat und deshalb eine restriktive Einschränkung dieser Freizeitbeschäftigung nicht geboten ist“, schreibt sie auf ihrer Internetseite.

Doch dann kam die Bundeswehr: Die fordert eine generelle Höhenbeschränkung für Drohnen und Modellflugzeuge auf 100 Meter, so Lühmann. Grund: Der sichere Tiefflug von Kampfjets müsse gewährleistet bleiben. Nur: Die Luftwaffe fliege außerhalb von Truppenübungsplätzen kaum im Tiefflug übers Land, so die Abgeordnete.

Freitag treffe sie sich mit den Verkehrs-Staatssekretären der SPD-geführten Bundesländer. Dort will man sich über das weitere Vorgehen im Bundesrat, der die neue Verordnung beschließen muss (Sitzung am 10. März), abstimmen. Lühmann sagt: „Die geforderte 100-Meter-Beschränkung für den Modellflug über ausgewiesenen Modellflugplätzen muss weg“.

Das sagt auch Volker Zander, Vorsitzender der Modellbau-Gruppe Uelzen, die den Platz in Lehmke betreibt: „Wir müssen unsere Aufstiegsgenehmigung bis 300 Meter behalten, sonst sieht es nicht gut aus für unser Hobby.“ 34 Mitglieder zähle die Uelzener Modellbau-Gruppe aktuell.

Von Jens Schopp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare