Abgespeckter Tourenplan im Landkreis Uelzen

Mobile Test-Teams im Kreis Uelzen fahren nun weniger Orte an

DRK-Mitarbeiter Maik Kaiser nimmt einen Abstrich auf dem Albrecht-Thaer-Gelände in Uelzen. Die dort installierte Teststraße bleibt erhalten, aber die Zeiten wurden angepasst.
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DRK-Mitarbeiter Maik Kaiser nimmt einen Abstrich auf dem Albrecht-Thaer-Gelände in Uelzen. Die dort installierte Teststraße bleibt erhalten, aber die Zeiten wurden angepasst.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Die Kommunen im Landkreis haben mit dem DRK das Konzept der mobilen Test-Teams aus der Taufe gehoben, damit sich Menschen wohnortnah auf eine Corona-Infektion untersuchen lassen können. Jetzt wird der Tourenplan ausgedünnt. Mancherorts ist die Nachfrage zu gering.

Uelzen/Landkreis – Die Kommunen hatten es angekündigt. Nach einer Laufzeit von zwei Wochen sollte das Konzept der mobilen Test-Teams im Landkreis auf den Prüfstand gestellt und der Tourenplan nach den Bedarfen angepasst werden. Das ist nun geschehen. Das Ergebnis: Fortan werden weniger Orte angefahren. Zudem haben sich die Zeiten, in denen Teams Abstriche nehmen, noch einmal verändert.

Aus der Taufe gehoben worden war das Angebot Anfang April von den Kommunen in Kooperation mit dem Uelzener DRK, um den Menschen wohnortnah Tests zu ermöglichen. Thomas Schulz, Kreis-Geschäftsführer des niedersächsischen Städte- und Gemeindetages und Suderburgs Samtgemeindebürgermeister, sagt: „Es hat Standorte in den vergangenen zwei Wochen gegeben, die sehr schlecht angenommen wurden.“ Eimke sei beispielsweise einer dieser Standorte gewesen.

Teilweise wurden laut Auswertung nur vier, fünf Abstriche während der zwei Stunden, die das Team vor Ort gewesen ist, genommen, berichtet Schulz. Er akzeptiert, dass bei solchen Zahlen der Tourenplan überarbeitet wurde. „Es muss praktikabel und durchführbar bleiben.“ Künftig wird statt Eimke und Gerdau nur noch Gerdau angefahren. Die acht Kilometer von Eimke dorthin seien zumutbar, meint Schulz.

Elf Orte sind in den ersten zwei Wochen angefahren worden, jetzt sind es noch sieben. Teilweise sind Test-Teams auch nur einmal die Woche in den Orten anzutreffen. Die jeweiligen Standorte und Uhrzeiten finden AZ-Leser täglich auf Seite 2. Die auf dem Albrecht-Thaer-Gelände in Uelzen fest installierte Teststraße bleibt bestehen.

Das Angebot der mobilen Test-Teams ist Teil der Strategie der sogenannten Bürgertestungen. Demnach hat jeder Bürger einmal die Woche die Möglichkeit, sich kostenlos testen zu lassen. Die Kommunen selbst leisten an das Uelzener DRK für die mobilen Test-Teams keine Zahlungen. Das DRK rechnet die Tests mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab.

Nach der ersten Woche hatte das DRK von mehreren hundert Tests gesprochen, die gemacht worden seien. Entdeckt wurden dabei auch Infektionen.

Was aber ist der Grund dafür, dass die Nachfrage mancherorts so gering ist und in der Folge der Tourenplan ausgedünnt wurde? Inzwischen sind Unternehmen verpflichtet, für ihre Mitarbeiter Testungen anzubieten. Darauf verweist das DRK. Zudem gebe es in vielen Orten bereits auch Testzentren. Deren Struktur solle auch nicht mit dem mobilen Angebot zerstört werden.

Das DRK erklärt, dass der Tourenplan lebendig sei. Bei einer größeren Nachfrage könnte er auch wieder erweitert werden.

Derweil ist aber auch ein Ruf nach mehr Kontinuität zu hören. Soltendiecks Bürgermeister Joseph Zettelmaier berichtet davon, dass sich die Menschen von Soltendieck gerade an die Zeiten für Testungen im Ort gewöhnt hätten, und nun komme es wieder zu Veränderungen. Das trage zur Frustration der Bürger bei und könne dazu führen, dass kaum noch Menschen die mobilen Test-Teams aufsuchen werden, befürchtet Zettelmaier.

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