Mittelfinger für eine Uelzener Polizeikolonne

Gewaltausbrüche gehören für sie zum Alltag: Die Uelzener Einheit bei Krawallen im Schanzenviertel.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Zunehmende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamten war jüngst ein Thema auf der Innenministerkonferenz in Hamburg – für die Spezialkräfte der Uelzener Bundespolizei sind sie längst Alltag.

Und das in jeder Qualität, selbst in scheinbar unverfänglichen Situationen. Jüngstes Beispiel: Als die Beamten der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft auf der Autobahn auf dem Weg zu einem als brisant eingeschätzten Fußballspiel waren, wurde die aus acht blau-weißen Polizeifahrzeugen bestehende Kolonne von einem Pkw überholt, dessen Beifahrer während des gesamten Überholvorgangs seinen Arm aus dem geöffneten Fenster hielt und den Beamten den Mittelfinger entgegen streckte.

Die Beamten der Spezialeinheit ließen sich nicht lange, bitten, stoppten das Fahrzeug noch bevor der Fahrer den Überholvorgang beenden konnte. Während der Ausweiskontrolle stellten die Bundespolizisten beim Fahrer eine Alkoholfahne fest – ein Test ergab einen Wert von fast einem Promille.

Der Beifahrer wurde wegen Beleidigung zwischenzeitlich zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt, das Verfahren gegen den Fahrer steht noch aus.

Dieser mangelnde Respekt gegenüber seinen Beamten nehme bedauerlicherweise immer mehr zu, sagt der Hundertschaftsführer der Spezialkräfte, Rüdiger Wnuck. „Beschimpfungen gehören mittlerweile zum Alltag“, schildert der Erste Polizeihauptkommissar. Häufig bleibe es nicht bei Worten oder Gesten, sondern es komme auch zu gewalttätigen Ausschreitungen wie zum 1. Mai im Hamburger Schanzenviertel. „Dort wurden wir von Demonstranten mit Flaschen und Steinen massiv beworfen“. Viele der Krawallmacher habe beim Werfen filmen und festnehmen können.

Den Respektsverlust wolle man nicht einfach hinnehmen, betonte Wnuck: „Wir versuchen entgegen zu wirken, indem wir konsequent jeden Vorfall anzeigen.“ Zu spüren bekam das als erstes der Beifahrer mit dem „Effe-Finger“…

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