Die Mittel reichen nur für einen Standort

Stadt wird Möglichkeiten der Einrichtung einer verlässlichen Ganztags-Grundschule in Uelzen prüfen.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Welches verlässliche Ganztagsangebot für Grundschüler ist in Uelzen realisier- bar? Dazu soll die Stadtverwaltung nach der einstimmigen Empfehlung des Schulausschusses jetzt ein Konzept erarbeiten. Damit vertagte das Gremium eine Entscheidung über den Antrag der SPD/FDP-Stadtratsfraktion, zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine verlässliche Ganztags-Grundschule einzurichten. Bei dieser wäre – im Gegensatz zu einer offenen Schulform – die Nachmittags-Betreuung für alle Schüler verpflichtend.

Wie schon im Krippen- und im Kindertagesstätten-Bereich gebe es in der Uhlenköperstadt „eine beachtliche Nachfrage der Eltern nach Ganztagsschulplätzen“, erläuterte Ausschussmitglied Jörg Kramer (SPD) den Antrag. Weil das Land zurzeit aber kein Personal für eine verlässliche Ganztagsbetreuung zur Verfügung stellen will, wünscht sich die SPD/FDP-Gruppe, dass die Stadt Uelzen prüft, ob sie durch Umschichtungen bei den Verwaltungsmitarbeitern eine personelle Grundversorgung für dieses neue Angebot im Grundschulbereich bereit stellen kann.

„Wir werden das nur für einen Schulstandort machen können“, betonte Bürgermeister Otto Lukat, „und vor allem nicht auf die Idee kommen, dafür zusätzliches Personal einzustellen.“ Angesichts der Haushaltslage der Stadt sei dies „absolut ausgeschlossen“. Nun gelte es, den Standort mit dem geringstmöglichem Investitionsbedarf zu suchen. Das in Frage kommende Schulgebäude werde daher vermutlich in der Uelzener Kernstadt liegen.

Auch nach Ansicht von Schuldezernent Jürgen Markwardt wäre es möglich, das Personal für eine verlässliche Ganztags-Grundschule durch eigene Ressourcen der Stadt zur Verfügung zu stellen. „Dann würden wir die Standards in anderen Kinder- und Jugendbereichen aber eindeutig zurückfahren müssen“, erklärte er.

Verwundert über den SPD/FDP-Antrag zeigte sich Stefan Hüdepohl (CDU). Seine Fraktion hatte 2009 die Einrichtung einer offenen Ganztagsschule – mit Nachmittagsbetreuung auf freiwilliger Basis – im Schulausschuss vorgeschlagen. Doch das habe die SPD damals abgelehnt. Trotzdem bekräftigte Hüdepohl: „Wir sind nach wie vor daran interessiert, ein offenes Ganztagsangebot im Grundschulbereich zu bekommen.“

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