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Mit dem „Turbo“ im Wahlkampf

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Wahlkampf-Duo: Christian Meyer (rechts) mit dem hiesigen Grünen-Kandidaten Pascal Leddin.
Wahlkampf-Duo: Christian Meyer (rechts) mit dem hiesigen Grünen-Kandidaten Pascal Leddin. © Holzgreve

Uelzen – Er kommt gerade aus Visselhövede, war in Lüneburg: Christian Meyer macht als Spitzenkandidat der Grünen Wahlkampf im Land und hat am Mittwoch im Uelzener „Café Stadtgarten“ Pascal Leddin, Kandidat der Kreis-Grünen getroffen.

Meyer, einst als „Bauernschreck“ bezeichnet, bevor er von 2013 bis 2017 Agrarminister war, wollte von diesem „Titel“ nichts mehr wissen. Im Gegenteil, sagte er der AZ, seien die Grünen bei den Landwirten nicht mehr verschrien. Sicher, es gäbe noch Landwirte mit Vorbehalten. Aber das sei nicht mehr so ausgeprägt.

Da Meyer mit Verspätung in Uelzen eintraf, hatte Pascal Leddin Gelegenheit, zu sprechen. Der 23-Jährige, der in der Landkreis-Verwaltung eine Ausbildung zum Kreissekretär absolviert hat, war bei mehr als 50 Terminen im Wahlkampf unterwegs. Zu seinem Engagement bei „Fridays for Future“ sagte er: „Es ist gut, wenn Mitglieder der Bewegung auch in den Parlamenten vertreten sind.“ Er ist dabei auf Listenplatz 20 der niedersächsischen Grünen in guter Position: Ab 14 Prozent der Zweitstimmen zöge Leddin in den Landtag ein.

Das Publikum, gut 25 Interessierte waren gekommen, mussten Leddin und Meyer ganz überwiegend nicht überzeugen. Scholing gab Leddin, der sich unter anderem für den Katastrophenschutz engagiert, mit auf den Weg, sich auch um Bildung und Kultur im Landtag zu kümmern. Leddin sagte, dass er „über die Legislaturperiode hinaus“ denken wolle. Und so unterstrichen die Grünen vor dem Eintreffen von Meyer, dass sie gegen den Bau der Autobahn 39 sind. „Wir werden ganz hart um die A39 verhandeln“, verspricht Leddin.

Es war dann der ehemalige Landwirtschaftsminister, der „den Turbo“ einlegte: „Wir brauchen eine klimaschonende Politik, eine wasserschützende Landwirtschaft, wir müssen den Flächenverbrauch reduzieren und die Natur erhalten.“ Es müsse Anreize geben, Flächen „zu entsiegeln“. Wasserspeicher wie Moore und Wald müssten geschützt werden.

„Wir kämpfen für die Energiewende“, unterstrich er und warf dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor, die Wind- und Solarindustrie gekappt zu haben. Es sei unglaublich: Noch heute könne eine Schule oder ein Amt in Niedersachsen ohne Solaranlage neu gebaut werden. „Wir müssen den Turbo zünden“, forderte Meyer auch beim Windkraftausbau. Im ersten Halbjahr 2022 seien nur 18 Windräder gebaut worden. 2017 seien es dagegen 485 gewesen. Meyer schließlich zum Trassenbau der Bahn zwischen Hamburg und Hannover: „Ich stehe komplett zu Alpha E: Bauen – und nicht mehr herumdiskutieren.“ Seine Botschaft: Man müsse beim Klimaschutz schneller werden.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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