Polizeikommissarin Jasmin Ritz gibt auf Instagram Einblicke in ihre Arbeitswelt

Mit dem Handy in Uelzen auf Streife

Polizeikommisarin Jasmin Ritz vor einem Streifenwagen
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Für die Polizeikommisarin Jasmin Ritz ist Instagram ein „schönes Kommunikationsmittel, vor allem um Jüngere zu erreichen.“

Die Uelzener Polizeikommissarin Jasmin Ritz zeigt auf Instagram, wie ihr Berufsalltag aussieht. Mit der Aktion möchte die Polizei transparenter werden, Vorbehalte abbauen und besonders jüngere Menschen für den Beruf begeistern.

Uelzen – Wenn Jasmin Ritz zu einem Einsatz fährt, hält sie neben Handschellen und Dienstwaffe auch ihr Smartphone griffbereit. Die Polizeikommissarin ist Uelzens erster „InstaCop“. „Ich nehme die Leute auf meine Schicht mit“, erklärt Ritz. Mit Fragerunden sowie informativen Beiträgen auf Instagram möchte sie Interessierte für die Polizeiarbeit begeistern und ihnen nebenbei den Mensch hinter der Uniform näherbringen.

Jasmin Ritz kommt aus Uelzen, hat in Nienburg studiert, war daraufhin bei der Bereitschaftspolizei in Braunschweig und ist seit dem letzten Jahr in Uelzen im Streifendienst tätig. Mit ihren 26 Jahren ist sie zwar kein „Digital Native“ – also jemand, der von klein auf in der digitalen Welt aufgewachsen ist – dafür aber bestens mit Instagram vertraut. „Privat nutze ich das auch“, sagt die Polizeikommissarin. Die App ist für sie ein „schönes Kommunikationsmittel, vor allem um Jüngere zu erreichen.“

Bleibt man kurz bei den englischen Fachbegriffen, so nennt sich das, was die Polizeibeamtin in den sozialen Medien macht, „Community Policing“. Ritz postet Einsätze, warnt vor Straßensperrungen oder Unfällen, macht auf Aktionen der Polizei aufmerksam und beantwortet in „Q&As“ Fragen rund um ihren Beruf. „Viele haben eine Vorstellung vom Polizeiberuf“, sagt die 26-Jährige und ergänzt: „Die ist aber nicht so detailliert.“

Mit der Präsenz in den sozialen Medien wolle man den „Polizeiberuf plastischer darstellen“ und die Beamten in den Vordergrund rücken, erklärt Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Uelzen/Lüneburg/Lüchow-Dannenberg. Es gehe nicht um „Effekthascherei“ und möglichst viele Follower, sondern darum, für die Bürger ansprechbar zu sein und ihnen Hilfe anbieten zu können.

Jasmin Ritz hat sich mit der Zeit schon eine „kleine Community“ aufgebaut, wie sie selbst sagt. „Es sind tatsächlich oft die Gleichen, die mit mir interagieren.“ Über Instagram tauscht sie sich auch mit anderen Polizeibeamten aus.

Wie viel Einfluss die neue Aufgabe auf ihren Job ausübt? Wenn sie im Dienst sei, mache sie sich schon ihre Gedanken und frage sich „Passt da ein Foto oder Beitrag?“, berichtet die 26-Jährige. Dabei gebe es natürlich auch Dinge, die sie auf keinen Fall poste. „So etwas wie Leichen“ oder Einsätze, auf denen Personen klar zu erkennen sind, zeige sie nicht, sagt Jasmin Ritz. Das sei ein ganz wichtiger Faktor bei der Präsenz in den sozialen Medien, fügt Kai Richter hinzu. „Wir können nicht alles herausposaunen, da wir eine Verantwortung gegenüber Opfern und Angehörigen haben.“

Nach etwas mehr als vier Monaten auf Instagram zieht Jasmin Ritz ein positives Zwischenfazit. Bislang habe sie „nur Gutes gehört“, sagt die Polizistin. Vor dem Hintergrund von steigenden Aggressionen gegenüber Polizeibeamten hätte sie mit deutlich mehr negativen Reaktionen gerechnet. Eines muss Ritz dann aber schon noch anmerken. Sie wundere sich ab und zu, wenn ihr Leute auf Instagram schreiben, dass sie dort so sympathisch rüberkomme. „Was soll ich denn auch sonst sein?“, fragt die 26-Jährige.

Wer nun neugierig geworden ist, findet das Profil von Jasmin Ritz auf Instagram unter „polizei.uelzen.jr“.

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