Corona-Fälle: Hiesiges Gesundheitsamt hat bereits Luca-App-Angaben ausgelesen

Kreis Uelzen: Mit Daten auf Infizierten-Suche

Klicks statt Zettelwirtschaft: Die Luca-App kommt in der Stadt Uelzen zur Kontaktnachverfolgung zum Einsatz.
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Klicks statt Zettelwirtschaft: Die Luca-App kommt in der Stadt Uelzen zur Kontaktnachverfolgung zum Einsatz.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Ein paar Klicks genügen: Wer die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung auf dem Handy hat, braucht in der Pandemie keine Zettel mehr auszufüllen.

Uelzen/Landkreis – Im Landkreis Uelzen hat es bereits Infektionsfälle gegeben, bei denen Luca-App-Daten vom Gesundheitsamt ausgelesen wurden, um Kontakte von Infizierten zu ermitteln.

Kreissprecher Martin Theine berichtet auf Anfrage, es sei bereits „mehrfach“ dazu gekommen, dass Daten ausgelesen wurden. Eine genaue Zahl, wie oft das geschah und wie viele Kontakte ermittelt wurden, kann er allerdings nicht nennen. Eine Statistik werde nicht geführt, so Theine.

Die Luca-App ist umstritten. Datenschützer kritisieren sie. Aber es stellt sich auch die Frage, wie erfolgreich kann eine Kontaktnachverfolgung mit ihr sein. Technische Fehler hat es laut dem Landkreis Uelzen bislang beim Auslesen keine gegeben. Aber eine gute Kontaktnachverfolgung hängt auch an der Frage, wie häufig die App von Menschen genutzt wird und wo sie überall zum Einsatz kommt.

Wie verbreitet ist die Luca-App in der Region? Ende April waren die Voraussetzungen für den Einsatz der Luca-App in Stadt und Landkreis Uelzen geschaffen. Direkt in Uelzen hat sich das Stadtmarketing des Themas angenommen, berät seit dem Frühjahr in Sachen Luca-App und hat auch einheitliche Plakate mit dem benötigten QR-Code drucken lassen. Stadtmanagerin Vivian Jessen kann von mindestens 65 Einzelhändlern, Gastronomen, Einrichtungen und Veranstaltern berichten, die sich in Sachen Luca-App ans Stadtmarketing wandten und das System auch einsetzen, wenn gefordert wird, dass Kontakte nachzuverfolgen sind. „Das ist schon eine gute Zahl“, sagt Vivian Jessen. Ihr Eindruck: Die Luca-App sei im Stadtgebiet schon verbreitet.

Das Badue setzt beispielsweise die App ein, auch Cafés und Restaurants. „Wir haben jetzt vereinzelt noch Nachfragen“, sagt Jessen. Vor allem von Veranstaltern, die eine Kontaktverfolgung sicherstellen müssen oder wollen. In der Kurstadt Bad Bevensen nutzt beispielsweise die Therme die Luca-App für den Einlass. Finden Konzerte am oder im Kurhaus statt, kommt auch hier das System zum Einsatz, schildert Ines Utecht von der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM).

Utecht hat auch noch einmal nachgefragt: Nutzen denn die Besucher auch das Angebot oder werden doch Zettel ausgefüllt? „Es wird gut angenommen“, sagt sie. Beispielsweise bei den Kurpark-Nächten, dabei spielt das Alter keine besondere Rolle. „Die Luca-App wird von Jung und Alt genutzt“, so Ines Utecht.

Das Unternehmen „Culture4Life GmbH“, das hinter der Luca-App steht, gibt an, dass im Bundesgebiet mehr als 25 Millionen Menschen das Programm aufs Handy geladen haben. Mehr als 300 000 Locations gibt es nach Unternehmensangaben, bei denen man sich mit Luca einchecken kann. Die Macher haben zuletzt eine überarbeitete Version mit zusätzlichen Möglichkeiten für die Gesundheitsämter angekündigt. Demnach sollen künftig die Ärzte der Gesundheitsämter die Nutzer der Luca-App direkt kontaktieren und in unterschiedlichen Abstufungen warnen können.

Für das hiesige Gesundheitsamt ist die App, wie es gegenüber der AZ heißt, eine „sinnvolle Ergänzung in der Kontaktnachverfolgung – sowohl für die durch den Landkreis verfolgte Containment-Strategie als auch für die Corona-Warn-App.“ Vor allem betreffe das Großveranstaltungen.

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